245
warf die östreichische Strategie aus dem schon gewonne-nen Vortheil.*
Die Preußen begnügten sich damit den Wahlplatz innezu haben, wo die Nacht beim Wachtfeuer zugebracht wurde.Zur Verfolgung wurden selbst diejenigen nicht verwandt,welche eben aus Ohlau anlangten. ^ Man fühlte daßman für diesmal genug gethan hatte.
Ein einziges Geschick, daß der junge Fürst, der durchdie Energie seiner Anordnungen und Entschlüsse seit demTage wo Neipperg in Obcrschlesien einbrach nicht wenigdazu beigetragen hatte, das Heer aus der widrigen Lagezu retten, in die es durch fremde und eigene Fehler gera-then warj nun das erste Gefühl des Sieges nicht theilte.Indem schon alles entschieden war, ritt er mit geringer Be-gleitung im freien Felde dahin, und ging der Gefahr ent-gegen, der weniger er selbst, als seine besorgte Umgebungihn zu entziehen gedacht hatte.
Schwerins Meinung war gewesen, wenn es noch zumRückzug komme, daß derselbe nach Oppeln, wohin einTheil der Magazine gebracht war, genommen werden
1. Wir haben über die Schlacht ein bemerkenswerthes Schrei-ben des Königs, seine Erzählung in den Werken, offizielle Relatio-nen in den Zeitungen, Berichte und Briefe einiger preußischen undöstreichischen Offiziere (Bülow Annalen des Krieges Bd. Ill und imNachlaß von Bereicherst); ich benutzte noch: die erste Redaction derMemoiren des Königs; die Erzählung Seegebarts; Valori und vor-nehmlich Ertract Relationis >1 6, Neiße 12 April, d. i. den Schlachtbe-richt Ncippergs in so weit er mitthcilbar war.
2. Es ist ohne Zweifel eine Übertreibung der Grabschrift Keß-lers zu St. Nicolai in Bricg, wettn diesem zugeschrieben wird, erhabe den Feind in die Flucht gebracht. Ein anderer Ruhm erwar-tete Keßler.