Band 
Zweiter Band.
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Östreich hervorgegangen, ward von dem König von Preu-ßen durch einige Gunstbezeigungen leicht gewonnen. Mün-nich drückte sich so aus, als seien ihm die eigenhän-digen Briefe die er von dem König erhielt mehr werthals viele Millionen; er sagte wäre er nicht erster Mi-nister in Rußland, so würde er kommen, um einen Feld-zug unter dem König von Preußen zu machen. Er warntediesen vor jeder Nachgiebigkeit gegen Östreich, dem mannie die weiche Seite zeigen müsse, und beklagte nur, daßer nicht, statt an den Grenzen von Schlesien inne zu hal-ten, unverweilt bis nach Wien vorgedrungen sei. DerAnmuthung, von russischer Seite etwas gegen Preußenzu thun, widersprach er mit unverstelltem Eifer. Aberauch er vermochte sich nur ein paar Monate zu behaup-ten. Es ist nicht nöthig, hier auf die Ursachen dieses Wech-sels, der eigentlich nur noch die Oberfläche der Dinge be-rührt, einzugehen; es sind immer die unter der KaiserinAnna emporgekommenen fremden Gewalthaber die sich un-ter einander bekämpfen. Als Münnich im Anfang des März1741, darüber entrüstet, daß sein Wille weder in den inne-ren noch den äußerrn Angelegenheiten allezeit durchging,seine Abdankung anbot, in stolzer Überzeugung von sei-ner Unentbehrlichkeit, mußte er erleben, daß die von ihmeingesetzte Regentin und deren Gemahl, Anton Ulrich vonBraunschweig, die Gelegenheit ergriffen, sich seiner sehrunbequem gewordenen Rathschläge zu entledigen. Oster-mann, der ihm schon immer Widerpart gehalten, und