nun die große Rolle spielte, verweigerte zwar nicht gera-dezu die von Preußen gewünschte Vermittelung, aberhierin ganz gesinnt wie der englische Hof, ließ er allent-halben erklären, daß Rußland seinen Verpflichtungen ge-gen Östreich nachzukommen gedenke. Die braunschweigischeVerwandtschaft, die einst zur näheren Vereinigung derdrei nordischen Höfe geschlossen war, erwies sich doch inBezug auf Preußen sehr unwirksam. Anton Ulrich standunter dem Einfluß der verwitweten Kaiserin und ihrerSchwester, seiner Großmutter, zu Blankenburg: im Ge-spräche hörte man ihn wohl die östreichischen Truppen dieunsern nennen. Die Königin von Preußen, seine Schwe-ster, hat einst die Feder ergriffen, um ihn zu gemäßigte-ren Gesinnungen aufzufordern: vielleicht das einzige Mal,daß sie in politischen Dingen thätig gewesen ist; doch wares ohne Erfolg.
Und eine noch feindseligere Haltung nahm, durch dieseUmstände ermuthigt, der sächsische Hof.
Anfangs, wie berührt, empfand er eine nicht geringeVersuchung seine Ansprüche auf die Erbfolge geltend zumachen; Friedrich glaubte in demselben einen Verbünde-ten zu finden. Durch Graf Finkenstein, welchen er ei-gends zu diesem Zweck nach Dresden schickte, ließ er nä-her erläutern, wie er nicht daran denke, das Haus Öst-reich zu unterdrücken, sondern nur zu seinen Rechten zugelangen, wie sich, wenn Sachsen mit ihm halten wolle,vieles Gute für beide Häuserdas deutsche Reich und so-
1. Ungefähr wie Georg U es andeutet S. 24S Note 2.