Band 
Zweiter Band.
Seite
263
JPEG-Download
 

263

Detail ausgearbeitet, scharfsinnig, eindringend, oft im Aus-druck glücklich. Er gehört zu den ächten preußischenStaatsmännern, in denen sich unbescholtener Wandel,unermüdliche Arbeitsamkeit mit einer Hingebung ohne Rück-halt vereinigen. Eigentlich findet hier selbst kein persön-licher Ehrgeiz statt, den ausgenommen, der im Dienstebefriedigt wird. Podewils wußte wie schon berührt daßder Fürst dem er diene die Summe der Geschäfte selbstverwalte: er hatte nichts dagegen einzuwenden, wenn sie nurgut gingen. Dazu suchte er nun aber mit seinem Rathnach besten Kräften beizutragen. Er hielt die großenGesichtspuncte fest, in Bezug sowohl auf das Verhältnißder europäischen Staaten überhaupt als die Stellung Preu-ßens in ihrer Mitte. Worauf man im englischen Parla-ment so viel Gewicht legte, daß Frankreich durch den Um-sturz von Östreich zu einem für ganz Europa verderbli-chen Übergewicht gelangen werde, das war im Cabinet desKönigs von Preußen mit Nichten, wie man dort argwöhnte,vergessen: Podewils hebt es unaufhörlich als den großenGesichtspunct hervor. Wie dann wenn sich Frankreichder deutschen Länder bis an den Rhein vollends bemäch-tige? Werde es dann, nicht alle deutschen Fürsten alssubaltern betrachten? Werde es nicht auch die entfernte-ren und mächtigeren, den König von Preußen selbst ebenso beschränken wollen, wie die rheinischen Churfürsten oderfrüher einen Herzog von Lothringen?

Aber auch wenn es nicht so weit kam, so enthielt