268
so lange der Cardinal am Leben bleibe. Maria Theresiahat im Lause desselben Monats an Fleury geschriebenund ihm ihr Vertrauen ausgesprochen, daß er, wenn janicht für sie, doch gewiß auch nicht gegen sie sein werde.
Ohne gerade um diese Äußerungen zu wissen, hieltFriedrich II doch den östreichischen Hof für viel zu hartnäckig,um sich zu einer wesentlichen Nachgiebigkeit zu entschlie-ßen, den englischen aber, von dem sich zwei Gesandte beiihm eingefunden, neben dem Schotten auch ein Hanno-veraner. deren Eröffnungen nicht immer übereinstimmten,für unzuverlässig und zu wenig entschlossen, als daß vondemselben ein wirksamer Einfluß erwartet werden könne.
Und indessen wurden die Franzosen immer dringen-der und eingehender.
Mitte Mai 1741 meldete Valori, der französische Hoshabe jetzt beschlossen, in Schweden auf die Wiederaufnahmedes Krieges gegen Rußland hin zu arbeiten, besonders wennauch Preußen mit dem ersten in Bund trete, und nahm da-von Gelegenheit mit erneutem Eifer auf den Abschluß desTractates anzutragen. Valori hat Recht, schreibt Friedrichden 18 Mai an Podewils: O mein Freund, wie langewollen wir noch zögern und uns von London und Wientäuschen lassen!
Podewils ersuchte ihn nur noch ein paar Tage zuwarten, bis Hpndfords Staatsbote mit einer officiellenAntwort zurückgekommen sei; während der Unterhandlungwerde England, durch seinen eigenen Vortheil gefesselt, ge-