274
ver, die französischen durch Baiern. Rußland übte durchSachsen Einfluß auf die innersten Angelegenheiten: GrafBrühl hat bekannt, er dürfe nicht wagen, einen altenVertrag mit Hannover zu erneuern, ohne bei Rußlandangefragt zu haben. In Wien nahm man auf die all-gemeine katholische Welt eine Rücksicht, vor der oft diedeutschen Gesichtspuncte verschwanden. Wir berührten,wie man, ohne Scrupel, die östlichen und westlichenProvinzen Preußens der halben Welt zur Beute gegebenhätte: man hat den Russen gesagt, es sei nicht gut fürihre Beziehungen zu Deutschland, daß Schlesien an Preu-ßen komme. Wie hätte König Friedrich allein seine Ver-bindungen nach Ideen schließen sollen, die eigentlich nichtmehr im Bewußtsein des damals lebenden Geschlechteswaren? Es war ein großer europäischer Kampf; somußte er ihn führen. Er glaubte jetzt mit Händen zugreifen, daß ihn England durch Unterhandlungen ohneEnde in Unthätigkeit zu fesseln suche bis alles bereit seiihn zu verderben. Um es dahin nicht kommen zu las-sen, befahl er Podewils den mit Frankreich entworfenenVertrag abzuschließen, ohne irgend einen längeren Ver-zug, im tiefsten Geheimniß. Er erinnerte den Minister,sich nichts davon merken zu lassen, daß man die Englän-der durchschaue, keinen Unwillen über die erhaltene Ant-wort zu erkennen zu geben; im Geheimniß, sagt er, liegtunser Heil. Vor allem dieses schärfte er ein: Podewilssollte mit Valori nur am dritten Ort zusammenkommen,