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Zweiter Band.
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Der König nahm den Offizieren das Versprechen ab, inSchlesien niemals wieder gegen ihn zu dienen, anderwärtsaber wenigstens nicht binnen der beiden nächsten Jahre;dann ließ er sie ziehen. So gerieth der Lieblingssitz deralten Herzöge, von denen die brandenburgischen Ansprüchestammten, in seine Hand, doch war das Schloß — einschönes Denkmal ihrer Kunstliebe — dabei von seinemGeschütz zerstört worden. Am 6 Mai huldigte die Bürger-schaft, und man kündigte ihr an, daß fortan der Rathzur Hälfte aus Evangelischen bestehen werde.

Für die Kriegsgeschichte ist dabei vielleicht das Merk-würdigste, daß die Eroberung gelang, ohne daß das nahefeindliche Heer das Mindeste dagegen vorzunehmen wagte.

Neipperg war ganz zufrieden, daß der König nurihn nicht sofort selber angriff. Er benutzte die Zeit, un-ter seinen Leuten einige Ordnung zu machen, Verstär-kungen herankommen zu lassen, und vor allem sich zu befe-stigen. Unfern von Neiße verschanzte er sich in einemvon Gebirgswassern und Wehrteichen gedeckten Lagerdergestalt, daß er den Anfall auch des tapfersten Hee-res nicht zu fürchten brauchte.

Der König faßte einmal in Sinn, in das Glatzi-sche vorzurücken, um den Krieg ins Gebirge zu ziehen,was bei seiner Überlegenheit an Fußvolk vortheilhaft seinwerde; aber der Fürst von Dessau erinnerte ihn, daß einGebirgskrieg seine eigenen Regeln habe, und es einer