Band 
Zweiter Band.
Seite
290
JPEG-Download
 

sich Lei fremden Gesandten über ihn beschwerte. Undda nun Briefe in seine Hand fielen, die zwar keine förm-liche Verschwörung bewiesen, aber ganz im östreichischenSinne geschrieben waren, mancherlei Anzeigen von An-zettelungen feindseliger Absicht in einigen der vornehmstenHäuser bei ihm eingingen, so ward auch er von Verdachtund der Besorgnis einer ihm entgegengesetzten Bewegungergriffen: gerade wie man in Wien und dem östreichi-schen Lager eine solche erwartete; er hielt es endlich füreine militärische Nothwendigkeit, den Feinden zuvorzukom-men und sich Breslau'S vollständiger zu bemächtigen.'

Mit diesem Unternehmen beauftragte er Schwerin,der ganz damit einverstanden war, und es, auch hier mitdem Erbprinzen von Dessau zusammen, auf das glück-lichste, gleichsam spielend, ins Werk setzte.

Am 10 August 1741, des Morgens, stellten sichnoch einmal ein paar Fähnlein der Breslauifchen Bür-gerschaft in den Straßen von dem Nicvlai- nach demSandthor hin bewaffnet auf; der Stadtmajor, mit sci-

1. Der König sagt in einem Schreiben an Schwerin: »Undbin ich versichert daß nicht nur salls es mit der Action zu Mollwitzanders ausgeschlagen wäre, der dortige Magistrat nebst den katholi-schen den Östreichcrn Thür und Thor eröffnet und alles was vonmir in und vor der Stadt gewesen, sacrificirt haben würden, sonderndaß auch noch beständig intriguirt wird, die ihnen so lieben Üstrei-cher dahin zu ziehen, um vielleicht durch eine Surprise dieselben indie Stadt zu bringen oder wenigstens meine dafigen Magazine zuruiniren. Es ist auch außer allem Zweifel, daß die Occupation vonBreslau noch beständig das Um der Östreicher ist, daß dieselben michbei allen Gelegenheiten zu allarmircn, auch mich in allen Entrepri-sen damit zu behindern suchen. —-Ich bin also dieses bestän-

digen Cabalirens müde, und daher determinirt solchem ein Ende zumachen, meinen Feinden das Prävenire zu spielen, und durch eineSurprise und coup -le inain mich der Stadt Breslau zu bemächtigen.