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Zweiter Band.
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ebenfalls nicht Verzicht leistete, so meinte Brühl, man mögeden Ausschlag von der Mehrzahl der Churfürsten abhän-gen lassen; ohne Eifersucht und Hader.

Darüber ward nun mit einem den Erfolg als un-zweifelhaft voraussetzenden Eifer verhandelt. Der Chur-fürst von Baicrn wollte von keiner Theilung Böhmenshören: er schlug vor, Mähren mit in die Thcilungsmassehineinzuziehen, und den sächsischen Hof mit diesem Landezu befriedigen, dann wollte er allenfalls einen schmalenStreifen von Böhmen zur Verbindung des Churfürsten-thums Sachsen mit der neuen Erwerbung überlassen.

Die Canzleien des Cardinals waren viel beschäftigt,die gegenseitigen Forderungen auszugleichen, und er konntesich um so mehr ein genugthuendes Ergebniß versprechen,da nach menschlichem Ansehen die Macht der Entschei-dung in seinen Händen lag.

Als Richelieu einst den Kampf mit dem Hause Öst-reich unternahm, hatte dieses Spanien, Portugal, diebeiden Indien, und den größten Theil von Italien, sammtdem Kaiserthum und dessen wieder in Erinnerung gebrach-ten unermeßlichen Gerechtsamen in Besitz. Als Ludwig XIVdie spanische Erbschaft anzutreten sich entschloß, hatte er inDeutschland hauptsächlich nur das Haus Baiern für sich.Jetzt aber kam dem Cardinal von Süden her eine frei-willige und sogar eifrige Bewegung zu Statten; der Chur-fürst von Baiern, mit bisher feindseligen Stammesvet-tern jetzt verbündet, gewann durch feinen Erbanspruch eine