i
327
gar nichts; man antwortete ihm, Oberschlesien begreifeeigentlich das ganze rechte Ufer der Oder; durch die Zu-geständnisse die man auf dieser Seite mache, werde er-gänzt was an Niederschlesten noch fehle. Auf eine Ge-genbemerkung Robinsons sagte man ihm, die Königinlasse sich vielleicht noch bewegen ganz Wohlau zuzugeste-hen, aber durchaus nicht mehr; sie sei eben so entschlos-sen als der König von Preußen; solle ihr Haus einmalzu Grunde gerichtet werden, so liege nichts daran, obes durch Baiern oder durch Preußen geschehe.
Wie seltsam aber ging es diesem Diplomaten! AmWiener Hofe arbeitete er mit einem Eifer, der gar nichtgrößer hätte sein können, für ein Abkommen mit Preu-ßen, für die Abtretung ansehnlicher Provinzen an dieseMacht. Wenn er dann bei Friedrich II erschien, nahmer eine solche Haltung an, daß es dem König vorkam,als habe er einen Enthusiasten für Östreich, einen dereifrigsten Verfechter der Interessen der Königin von Un-garn vor sich. Die Sache ist: Robinson, der vor allemden eigenen englischen Gesichtspunct, die beiden deutschenMächte zu vereinigen festhielt, glaubte zugleich die Dienste,welche England der einen durch seine Subsidien, der anderndurch die Beförderung ihrer Ansprüche leiste, geltend machenzu dürfen. Er ward mit seinen Vorschlägen dringend biszum Unbequemen. Wenn man ihm das in Wien durchgehenließ, so war Friedrich II nicht gesonnen, es zu gestatten.Robinson brachte ihm Anträge mit, die kurz zuvor sehr