357
man kam zuweilen sehr hatt an einander, z. B. noch am24 Juni; von Stunde zu Stunde ward der Gang derDebatten nach Hofe berichtet; die Königin empfing dieletzte Deputation mit dem gemischten Ausdruck von Gnadeund Betrübniß'; nicht ohne langes Widerstreben, undnur um keinen Aufschub zu veranlassen, erst um 9 UhrAbends hat sie das Diplom unterzeichnet.
Den nächsten Tag ward sie gekrönt. Sie erschien,in einem offenen Wagen, mit unbedecktem Haupt, blaßund bewegt. Der Empfang, der ihr zu Theil wurde,war jedoch bei weitem herzlicher als sie erwartete; dasFrohlocken und Jauchzen einer zahllosen Volksmenge er-wärmte wieder ihr Herz und färbte ihre Wangen. DieUngarn freuten sich ihres Anblickes, wie sie, mit der Kronedes heiligen Stephan auf dem Haupt, als ihr Königund ihre Herrin, denn diesen Titel gaben sie ihr^, da-herschritt, von den Magnaten, in altväterischer Pracht,umgeben, oder wie sie auf dem Königsberg das Schwertdes heiligen Stephan nach den vier Weltgegenden hinzückte und alsdann auf ihrem nach ungarischer Sittereichgeschmückten Roß sicher und voll ruhiger Anmuthherabkam; sie selber fand Geschmack an den glänzenden
1. Der Hofrichter bei Kolinowicz: „rexlna zi-auarn et Ileniznl-
2. Stach Katvna und Andern wäre der Ausdruck beliebt wor-den: cknmina et >-ex Nortel-. Die genauere Erzählung bei Koli-nowicz S. 149 zeigt aber, daß dies bloß ein Vorschlag des Primaswar, und die offizielle Bezeichnung rex ilomini» nostra sein sollte.Der Grund ist: guatonus et Sexus Iiabeswi- l.-Ni'o et rezikl non re-Zinalis äuMsxat ant rnai-iti coaäjutoi-ia conlei-ri äignilss vllleatur.