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Zweiter Band.
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I

griff gegen Budweis. Aus einem Schreiben von Lobko-witz sieht man wirklich, daß derselbe verzweifelte, denPlatz gegen die Franzosen zu behaupten. ^ Dahin waraber Broglie nicht zu bringen. Er traute den Neuange-worbenen nicht, welche bei dem Heere eingetroffen warenund wollte sie erst an den Feind gewöhnen; auch an .sichfand er kein Gefallen an den Rathschlägen Belleisle's.

Zwischen beiden war überhaupt das schlechteste Ver-ständniß. Da Broglie künftig in Baicrn, Belleisle inBöhmen commandircn sollte, so war eine Auseinander-setzung nöthig, über die es schon damals zu widerwärti-gen Erörterungen kam. Zugleich mißvergnügt über denAmtsgenossen, und in der Absicht, Preußen und Sach-sen noch einmal zu größerer Thätigkeit aufzurufen, ver-ließ Belleisle das Heer und erschien am 2 Juni in dempreußischen Lager.

Er ersuchte den König, sich mit seinem rechten Flügelder Moldau zu nähern, damit die Franzosen Zeit habenmöchten, sich mit neuen Mannschaften und Pferden zu ver-sehen. Der König zeigte das größte Erstaunen, daß siesich noch erst in Stand setzen wollten. Er brachte inErinnerung, daß das preußische Kriegsherr seit 18 Mo-naten in Bewegung gewesen, auch während des Winters,unter unaufhörlichen Anstrengungen, ohne mehr als 6Wochen Rast; wie viel Verluste habe es erlitten, durchDesertion oder Krankheit, oder das feindliche Feuer, aber

1. Östreichische Milit.-Zeitschrift 1828, III, 237.