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turzustand dieser Art in Europa angenommen werdenkann, wo alle Staaten auf gemeinschaftlicher Grundlageberuhen, und zu einer großen Familie gehören.
Bei weitem feiner faßt Ludwig XIV die Frage an,bei Gelegenheit der damaligen Irrungen zwischen Frank-reich und Spanien, als einen der zartesten Puncte, wel-cher von einem Fürsten in Betracht gezogen werden könne.Er meint, bei diesen beiden Reichen sei Eifersucht undFeindschaft das wesentliche und fortdauernde Verhältniß;durch Tractate könne denselben nie ein Ende gemacht, son-dern nur der äußere und öffentliche Frieden erhalten werden:geheimen Bruch derselben erwarte der eine Theil allezeitvon dem andern; jeder arbeite wider den andern, nichtso sehr, um demselben zu schaden, als nur um sich sel-ber zu behaupten, was sogar die natürliche Pflicht ei-nes jeden fordere.'
König Friedrich sucht nun besonders die moralischeZurechnung des Schrittes, zu dem er genöthigt sei, vonsich abzulehnen; den Moralisten, „den Stoikern von trocke-nem Gehirn" spricht er das Recht ab, über sein Ver-fahren zu urtheilen. Unverletzlich, sagt er, sei die Mo-ral eines Privatmannes; — der müsse jeden Augenblickden Privatvortheil dem Besten der Gesellschaft auf-opfern — allein ein Fürst habe für den Vortheil einergroßen Nation zu sorgen, und ganz andere Pflichten.Er der König habe jetzt zwei Bundesgenossen, von de-nen der eine (Frankreich) nichts Rechtes thue, und der
1. «Oisunctions sur !» toi clcs trsiies. Memoires 63.