Band 
Zweiter Band.
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Das Merkwürdige dabei war, daß die Edelleute undRittermäßigcn auch aus den nicht iucorporirten Fürsten-thümcrn und freien Standesherrschaften einberufen wur-den, während sonst Fürsten und Standesherren alleinihre Gebiete repräscntirt hatten. Die Versammlung war bei400 Personen stark. Nach der amtlichen Erzählung huldig-ten die Deputirtcn der Bischöfe und der Fürsten knieenb,wobei der König bedeckten Hauptes auf seinem Throne sitzenblieb; die Standcsherrschaftcn, die städtischen und alleübrigen Dcputirten leisteten ihren Eid stehend; auch derKönig hatte sich dann erhoben und den Hut abgenommen.'

Ein freies Donativ von 100000 G., welches ihmdie Stände antrugen, lehnte er hier so gut ab, wie inPreußen.

Man wird begierig zu erfahren, ob nun nicht wenig-stens bei dieser Gelegenheit von einer ständischen Verfassungdie Rede gewesen sei. Die Stände haben dem Königdarüber bereits am 24 October geschrieben; in dieserEingabe legen sie ihm alle seit Jahrhunderten erwor-benen Freiheiten und Rechte zu Füßen, und bitten ihn umeine neue Verleihung derselben. ^ Der König antwor-

1. Bei Seifart I Beilagen 41, S. 425. Aus Bielefelds Er-zählungen wage ich nichts zu nehmen.

2. Ew. K. Mt. unterwinden sich unter einem freudenvollen Glück-wünsche zu der höchstpreiswürdigsten Regierung die trcngehorsamstcnniederschlesischen Fürsten und Stände, durch aus denselben Abgeord-nete alle von Seculis her erworbenen und wohlhergcbrachten Im-munitäten, Freiheiten, Statuten, Rechte, Verfassung und Gerechtsamevor dero geheiligten Thron zu Füßen zu legen, und von Ew. Kgl.Majestät derselben Bestätigung hoffnungsvoll, jedoch nicht anders alsdurch eine neue allergnädigste Verleihung zu erbitten.