Noch viel stärkere Widerrede als der Adel erhob dieGeistlichkeit. Als die Commission von den Erzpricsterndie zur Catastrirung ihrer Widmuthen und Einkünfte nö-thigen Nachrichten forderte, wendeten sie ein, daß es ge-gen die Gerechtsame eines Clerus laufe, zu der Landcs-contribution herbeigezogen zu werden. Von einem Staataber unter solchen Bedingungen, wie sie einst eine all-gewaltige Hierarchie aufgestellt, hatte der König von Preu-ßen keinen Begriff. Er erklärte, der Clerus sei aller-dings von der Landaccise betroffen worden, habe Tür-kcnsteuer und manche andere Lasten getragen; unmöglichkönne er von der Contribution befreit bleiben, welche dieanderen Stände treffe, unmöglich er, der höchste Bischofund Landesherr, sich in diesen Dingen etwas vorschrei-ben lassen. Es war ihm widerwärtig zu denken, daßein paar Mönche, vielleicht von Grund des Herzens feineFeinde, die reichsten Güter inne haben, und in diesemBesitz den Schutz des Staates genießen sollten, ohne ei-nen starken Beitrag zu den Lasten desselben zu tragen.
Es ist eine der allgemeinsten und folgereichsten Bewe-gungen des achtzehnten Jahrhunderts, die Eremtionender geistlichen Güter, namentlich in der katholischen Kir-che, zu vernichten und sie den weltlichen gleichzustel-len. In dieser Idee lebte auch Friedrich, und sein ersterEntwurf ging sogar zu weit. Bei der Festsetzung dervon dem mittleren Ertrag des Landes zu leistenden Ab-