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Dritter Band.
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eine neunte Chur errichtet ward; unter den geistlichen Stim-men, welche den Fürsten verloren gegangen, bemerkte manbesonders die magdcburgische, die das Direktorium inevangelischen Dingen geführt, und selbst die östreichische,welche ihre selbständige Wirksamkeit dadurch eingebüßthatte, daß die böhmische Churstimme wieder erneuert wor-den war. Auch bei der Repräsentation der Fürsten hatteArmuth oder Sparsamkeit zur Folge, daß zuweilen zwölfStimmen in Eine Hand geriethen und dadurch alles mora-lische Gewicht verloren; die Protocolle des Fürstenratheshatten oft keine wesentliche Bedeutung mehr. ^

Aller Verlust der übrigen war dem Churfürsten-collegium zu gute gekommen, dessen Mitglieder in derThat die größte Summe der Macht im deutschen Reichedarstellten; wie ganz anders als einst bei der Stiftungdesselben im 14 Jahrhundert; an diese mußte sich nundas Kaiserthum unter Carl VII anlehnen.

Der Churfürstenconvent ward nach der Wahl förmlicheingerichtet und nahm sich der öffentlichen Sache eifrig an.

Auf ein Gutachten desselben ward der Reichstag vonRegensburg nach Frankfurt verlegt; schon um die MitteMai 1742 begannen hier die Berathungen. Auf seinenVorgang wurden dem Kaiser, in den bedrängten Um-ständen in denen er sich befand, 50 Römermonatc bewil-

1. Einige Acten des damals in Offenbach gehaltenen Alt-Für-stentages bei Olenschlager I!, 4S2. Obige Notizen stammen aus ei-nigen andern Aufsätzen, die sich in den überaus voluminösen Rcichs-tagsactcn jener Zeiten, z. B. in dem Archiv zu Berlin finden.

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