92
gesetzten Beschlußnahmen nach sich zog, im offenen Wi-derspruch mit dem, was durch jene bestimmten Erklä-rungen Georgs II verheißen war.
Der sonderbare Fall trat ein, wo ein Wortbruchnicht persönlich angerechnet werden kann, indem er dem-jenigen der ihn beging, von einer überlegenen Partei alsein Zwang auferlegt wurde; aber der König von Preu-ßen, dem man dies Verhältniß, wie berührt, auf dassorgfältigste verheimlichte, konnte in dem ganzen Ver-fahren nichts anderes als Treulosigkeit erblicken, vor-herberechnet zu den Absichten die sich sogleich zu erfüllenschienen.
Indem man nach der Annäherung des Kaisers anEngland eine Rückgabe seines Erblandes erwartete, mußteman vernehmen, daß die Einwohner von Baiern der Kö-nigin von Ungarn hatten huldigen müssen. In einemRescript an ihre Bevollmächtigten sagte sie, es sei nichtnöthig sich darüber zu äußern, ob die Pflicht der Treueals eine vorübergehende oder als eine immerwährende zubetrachten sei.
Welchen Sinn dies habe, ließ sich nicht bezweifeln,als man jene Andeutungen über eine VertauschungBaicrns mit Neapel vernahm. Wie oft hatte Friedricherklärt, er werde den Kaiser nicht unterdrücken, noch sei-ner Erblande berauben lassen. Die Erhebung des Groß-herzogs, von der ebenfalls sogleich die Rede war, in Ver-bindung mit dieser Erwerbung von Baiern, mußte ihm