Band 
Dritter Band.
Seite
114
JPEG-Download
 

er, wie er selber sagt, in eine Verachtung gefallen wiedie, der einst sein Vater unterlegen.

Es war nicht anders: es mußte wieder zu einem Zu-sammentreffen der beiden Mächte kommen. Die Fragen,die man bei dem Breslauer Frieden nicht entschieden hatte,zeigten sich so einflußreich und gewaltig, daß sie densel-ben wieder zu zerstören drohten.

Welch ein Unternehmen aber war es, sich dem Zuge,den die Dinge in Europa und in Deutschland seit jenerZeit genommen hatten, entgegenzusetzen! Um es nichthoffnungslos zu thun, mußte Friedrich seine Augen wie-der nach Frankreich richten. Aber hatte er nicht hinrei-chend erfahren, wie wenig er sich auf ernstliche Kampf-anstrengung von dieser Seite Rechnung machen könne?Und wie dann, wenn auch Rußland dem Bunde zwi-schen Sachsen und Östreich beitrat, wie bei diesem davondie Rede war?

Wollen wir Friedrichs politische Lage begreifen, somüssen wir noch einen Augenblick inne halten, und einenBlick auf die großen Nachbarländer werfen, zuvörderstauf den Norden, wo einige Veränderungen eintraten, welcheeine Feindseligkeit von dieser Seite nicht wahrscheinlichmachten.