wir dem preußischen Gesandten glauben, machte der Über-gang zu der griechischen Kirche der jungen Fürstin dochmehr Scrupel, als sie ihrem Vater zu gestehen wagte;zuweilen stieg ihr eine Art Heimweh nach der freieren Luftdes deutschen Vaterlandes auf, und man sah sie wohl inThränen. An Widersachern fehlte es nicht, und der Groß-fürst, ihr Bräutigam, übrigens freundlich, ließ doch nachMaßgabe äußerer Einwirkungen nicht selten auch Man-gel an Zuneigung blicken. Die Prinzessin zeigte, so jungsie war, vom ersten Augenblick an, ein unbeschreiblichesTalent für ihre Lage. Jedermann fiel es auf, wie voll-kommen sie dieselbe begriff, und von Tag zu Tag mehrsich darin bewegen lernte. Das Zutrauen der Kaise-rin wußte sie bald in höherem Grade zu gewinnen alsihre Mutter. Es würde ein neues Licht auf ihr ganzesLeben werfen, wenn es sich bewähren sollte, was mandamals versicherte, die Kaiserin habe für den Fall, daßder Großfürst sterbe, wie er denn krank und schwach war,oder keine Nachkommenschaft erfolge, Festsetzungen getrof-fen, nach welchen der Prinzessin alsdann die Thronfolgegesichert sein solle.
Gleich damals aber, als von dieser Vermählung zu-erst die Rede war, trug nun auch der russische Hof dempreußischen, um beide wenigstens mittelbar zu verbinden,noch eine andere an: die Verheirathung einer preußischenPrinzessin mit dem Thronfolger in Schweden.
Ein Motiv hiezu lag für Schweden darin, daß Dä-