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UM so mehr den andern Ministern an, die ihm wohlwollten.Vom Haag, wohin er sich zunächst begab, schickte erihnen Nachrichten, Abschriften von Depeschen, die dort häu-fig in Umlauf gesetzt wurden, die Etats der Truppen derRepublik, und versäumte nicht, auch eigene Pläne vor-zulegen. Indem ihn der König von Preußen als lite-rarischen Freund bei sich zu sehen wünschte, um in sei-ner Gesellschaft die Geschäfte zu vergessen, bat sich Vol-taire, das Vertrauen benutzend, das ihm Friedrich be-wies, politische Aufträge an denselben aus. Wie einstPrior zwischen Frankreich und England, so hoffte Vol-taire als der Vermittler zwischen Frankreich und Preu-ßen zu glänzend
Wirklich gab ihm Amelot, wenn gleich kein Beglau-bigungsschreiben, aber doch Aufträge.
Voltaire erschien Anfang September 1743 in Ber-lin, halb als Diplomat; er stellte dem König vor, daßFrankreich kräftiger sei, als er denke, daß Preußen vonEngland und von Östreich nichts als neue Angriffe zuerwarten habe; daß in Holland eine starke friedliche Par-tei bestehe, die man ermuthigen müsse; ihm zufolge sollteFriedrich plötzlich am Niederrhein mit einer Armee auf-treten, welche alles entscheiden werde.
Friedrich hat mit Voltaire mehr als einmal über po-litische Verhältnisse gesprochen; aber wie wenig verstand
1. Schreiben an Amclot, 16. Aug. I.IV, 567. Der König drücktsich in dem Entwurf seiner Memoiren so aus, daß man Wohl sieht,er wußte darum. Später mochte ihm die Sache verschwunden sein.