146
sich von seiner Verbindung mit England loszureißen und6000 Mann in den Sold des Kaisers zu geben.
So war nun einmal die Lage der deutschen Fürsten,daß sie ohne fremde Beihülfe weder ihre Truppen er-halten, noch auch eine politische Bewegung vornehmenkonnten. Die Waffen die sie führten erhöhten den Glanzihres Namens, gaben ihnen aber keine äußere Selbstän-digkeit.
Hierauf konnte Friedrich einen zweiten Schritt thun unddie Union zum Abschluß bringen, an der so lange gearbei-tet worden war. Nur eben zwischen dem Kaiser, dem Chur-fürsten von der Pfalz, der von jeher mit dem Kaiser ge-meinschaftliche Sache machte, dem König von Preußenund Hessen-Cassel ward sie geschlossen, doch hatte sie eineweitere, allgemeinere Bestimmung.
Friedrich war mit Nichten gemeint, sie im Sinne derFranzosen einzurichten, oder diesen besondern Einfluß daraufzu gestatten. Chavigny hatte einen Entwurf gemacht, nachwelchem Frankreich gleich von vorn herein als Garantdes westphälischen Friedens in die Verbindung gezogen,und die Königin von Ungarn mit Gewalt der Waffenbedroht werden sollte, wenn sie nicht endlich den Kaiseranerkenne und ihm seine Erblande zurückgebe. DiesenEntwurf verwarf Friedrich in allen seinen Theilen, undsetzte einen andern, bei weitem minder kriegerisch lauten-den an seine Stelle. Die Königin sollte allerdings auf-gefordert werden, den Kaiser anzuerkennen, ihn in seine