Band 
Dritter Band.
Seite
208
JPEG-Download
 

208

Königin sehnte sich danach, einen Theil von Schlesien sobald als möglich ihr Eigenthum nennen zu können; wenig-stens die Winterquartiere wollte sie auf schlesischem Bodengenommen sehen, was die ferneren Unternehmungen imnächsten Frühjahr trefflich vorbereiten werde. Unmittel-bar auf ihr Geheiß drangen bald, im Anfange des De-cember, sechs Regimenter z. F., acht z. Pf., durch dasGlatzische vor; sie besetzten Neustadt und Patschkau, undschickten sich an, regelmäßige Grenzpostirungen an derNeiße hin zu ziehen; zu gleicher Zeit erschienen die in-surgirten Ungarn in starken Schaaren unter Esterhazy, undergossen sich von Oderberg ebenfalls über Oberschlesicn.

Fürs erste gewannen diefe Truppen in der That dasÜbergewicht.

General Marwitz, der mit ungefähr 10000 M. inTroppau und Jägerndorf stand, gerietst in nicht geringeVerlegenheit, als er sich plötzlich von allen Seiten vonleichten Truppen umschwärmt sah. Der versammelte Kriegs-rath urtheilte, daß man sich in den offenen Orten, mitFourage und Lebensrnitteln nur schlecht versehen, nicht zuhalten vermöge; es sei besser, die Truppen des Königszu conserviren, als sie vielleicht zu Grunde zu richten,indem man, wozu man nicht einmal ausdrücklich beauf-tragt sei, ein paar unhaltbare Plätze vertheidigen wolle.'

Sie führten ihren Rückzug geschickt und glücklich aus;

1. Sentiments derer Herren Generale, Troppau 16. Dez. 1744.Es sind Hautcharmoy, Bredow, Borcke, Dohna, Prinz Diedench, des-sen Gutachten das durchgreifendste ist.