gung dieser Art dem König von Preußen zu Stattengekommen sein würde. Marschall Belleisle, von einemder vereinten Höfe zu dem andern gehend, hatte sich auchnach Berlin begeben sollen, um einen den verändertenUmständen angemessenen allgemeinen Feldzugsplan mitihm zu verabreden.
Da trat nun aber eines jener Ereignisse ein, welchedie menschlichen Verhältnisse am durchgreifendsten bestim-men und doch jenseit aller menschlichen Berechnung lie-gen. Der Kaiser Carl VII, für dessen Autorität Fried-rich noch einmal die Waffen ergriffen hatte, zwar noch nichtalt an Jahren, aber schon lange mit Krankheiten heim-gesucht, und durch so mannigfaltige erfolglose Anstrengun-gen körperlich wie geistig erschöpft, starb eines doch nochimmer sehr unerwarteten Todes am 20 Januar 1745.
An seinen Namen, sein Leben, so schwach er an ei-genen Streitkräften sein mochte, knüpfte sich die Ideedes von Östreich losgerissenen Kaiserthums, das Fried-rich begründet und aufrecht zu erhalten entschlossen war.Wäre Carl M acht Monate früher gestorben, so hättedie Politik Friedrichs eine ganz andere werden müssen;er würde keinen Anlaß gehabt haben zu den Waffen zugreifen. Daß nun aber, nachdem der Krieg begonnen,und was noch mehr ist, nicht nach Wunsch gegangenwar, die Persönlichkeit verschwand, die den allezeit ver-ehrten kaiserlichen Namen trug, und auf die sich alle Planebezogen, zu deren Gunsten der Krieg unternommen wor-