Band 
Dritter Band.
Seite
272
JPEG-Download
 

272

nister einsetzte und absetzte. Der König Georg II warnoch nicht so konstitutionell, daß er sich das ruhig hättegefallen lassen; nicht ohne Gemüthsbewegung sah er Tar-ieret scheiden: dessen Nachfolger, die Partei der Pelhamsüberhaupt, die das Ruder führte, erhielten offenbare Zei-chen der Ungunst. Das konnte sie zwar nicht irre ma-chen, aber da die persönliche Meinung eines englischenKönigs doch immer ihr Gewicht hat, so durften sie auchnicht in offenen Gegensatz mit ihm treten; selbst Män-ner von Bedachtsamkeit und Ruhe, konnten sie dem jetztergriffenen System nicht so rasche Folge geben, als siewohl sonst gethan hätten.

Nun aber traten im Sommer 1745 Ereignisse ein,welche dem König, den Ministern und der Nation dieGefahren des Weges zeigten, auf welchen sie sich bisherbefunden hatten.

In Flandern gewannen die Franzosen entschieden dieOberhand; schon am 11 Mai, bei Fontenai, warf derMarschall von Sachsen die englischen Anfälle mit gro-ßem Verluste zurück. Es ist merkwürdig, daß man An-fangs selbst in Paris den glücklichen Erfolg nicht alleinden trefflichen Anstalten des Marschalls, sondern am mei-sten den irländischen Regimentern in französischen Dien-sten zuschrieb. Den Engländern gereichte es zu tiefemVerdruß, daß sie, sonst in den offenen Feldschlachten, wieman in der Geschichte las, in der Regel die Sieger, jetztsich geschlagen bekennen mußten. Nachdem den Franzo-sen Tournay in Folge der Schlacht in die Hand gefal-