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Dritter Band.
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beize in die Gegend geführt, beabsichtigt hatte, die Ent-wässerung des Niederoderbruchs, unternahm Friedrich IIim Jahre 1747 mit aller Kraft. Die Berge zwischenHoch- und Niederwrietzen wurden durchstochen, und einCanal gegraben, in den der Strom, von dem besserenGefalle angezogen, mit aller Macht sich stürzte. Baldkam eine Landschaft zum Vorschein, auf welche Luft undSonne damals zuerst einwirkten, und die sich nach undnach immer einträglicher erwiesen hat. * Der König nahmähnliche Arbeiten auch an andern Stellen vor; er trugSorge, daß die Unternehmer auf dem gewonnenen Bo-den nicht Vorwerke errichteten, sondern Dörfer, denn nurum der Menschen willen werde das Land angebaut.

Diese staatswirthschaftliche Rücksicht bewog ihn, dieVermehrung der gewerbetreibenden Bevölkerung nicht demGange der eigenen Entwickelung zu überlassen, sondern siedurch Staatsmaßregcln zu befördern. Es erschien ihmwie eine glückliche Entdeckung, als man ihm vorstellte,daß man am besten thun werde, das gesponnene Garnnicht mehr aus der Fremde zu beziehen, sondern dieSpinner selbst in das Land aufzunehmen. Er setztefest, daß jede Familie ein Haus, einen kleinen Gartenund hinreichende Grasung für zwei Kühe haben müsse,und berechnete sich, daß er jährlich bei 1000 solcher Fa-milien anzusiedeln im Stande sei. In Mecklenburg,Sachsen und Polen fanden sich Leute genug, sein

1. Ulrich, Beschreibung der Stadt Wriezen 122.