418
nächsten Jahre zu bestreiken, und noch immer eine an-sehnliche Summe für unvorhergesehene Fälle in den Hän-den zu behalten. Er hoffte damals, die Winterquartierein Böhmen nehmen zu können, was noch Vortheil fürdie Lassen bringen werde. Allein wir wissen, wie ganzanders alles ging, wie die Schatzkammer nach und nachvöllig erschöpft, die Bitte um Subsidien von Frankreichabgeschlagen wurde, dann mußte doch, so wenig man dasliebte, zu einer Anleihe geschritten werden. Die Form derAnleihen Friedrichs war, daß die eigenen Stände, — denndas Geld außer Landes verzinsen zu müssen, wäre wi-der das Prinzip gewesen, — die erforderliche Summe vor-streckten, wovon man ihnen die Zinsen, nach der altenWeise der Anlehen, auf bestimmte Gcfälle anwies, derennatürliches Steigen den Ausfall nach kurzer Zeit ersetzte.Im Jahre 1745 beließ sich die Summe, mit der die chur-märkischen Stände dem König einen so großen Dienst er-wiesen, auf 1,356000 Thaler. Sie reichte damals hin,weil es in kurzem zum Frieden kam.
Nach dem Frieden aber war nun die erste Sorge,alles in die frühere Ordnung zu bringen, und bald empfingder Schatz seine regelmäßigen Zuflüsse wieder.
Im Jahre 1752 beließ er sich bereits auf siebenMillionen, und die Staatsverwaltung war so einge-richtet, daß alle Jahre zwei Millionen dazu kamen.Friedrich berechnete sich, daß sein Schatz im Jahre 1754eilf, 1756 fünfzehn, 1758 neunzehn Millionen betragen