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Dritter Band.
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Friedrich stellte den Grundsatz auf, daß alle einträg-lichen Würden in Schlesien nur an Eingeborne gelangensollten; — bei den Wahlen nahm er für sich selbst alledie Rechte in Anspruch, welche Kaiser Carl VI ausge-übt hatte.

' Auch darin lag eine Gunst des Schicksals, daß eben- einer der mildesten Päpste auf dem Römischen Stuhlesaß, Benedict XIV, welcher allenthalben das gute Verneh-men mit den weltlichen Fürsten herzustellen suchte. Diebeiden Nuntien zu Wien und zu Dresden wetteiferten,dazu mitzuwirken; besonders gewann der Nuntius zuDresden das Vertrauen Friedrichs. Die Widersprüchedes Wiener Hofes, die zuweilen die Gestalt von ernstli-chen Mißverständnissen annahmen, konnten dann nichtmehr schaden.

In Zeiten der Umwälzung mag sich ein anderes Ver-fahren anwenden lassen; für die damaligen, wo Aufsehenund Gewaltsamkeit vermieden werden mußten, war we-niger eine theoretisch feste, als eine den vorliegenden Fäl-len angemessene Behandlung erforderlich: von Nachdruck,wo es nöthig war, übrigens mild und klug.

Von der evangelischen Kirche hatte Friedrich II nichtsals Beistand zu erwarten; aber leicht hätte sie ihm durchunzcitige Polemik sein Verhältniß zu dem Katholicis-mus erschweren können. Sein vornehmstes Bestrebenwar, dies zu verhindern, besonders in Schlesien selbstkeinem sectirerischen Treiben Statt zu geben; wie es