459
Geschichten, die damals das Stadtgespräch von Berlinausmachten, immer eine häßlicher als die andere. Eifer-sucht und Geldgeiz schienen Voltaire zu beherrschen; nurdaran schien er Gefallen zu finden, wenn er Beleidi-gungen rächen oder Entzweiungen veranlassen konnte,mochte es auch zwischen seinen nächsten Freunden sein.D'Argens ließ sich zuweilen von ihm täuschen, nicht soleicht der italienisch feine Algarotti. Friedrich sagt, mankönne von den Thorheiten Voltaires ein Buch schreiben,so dick wie einen Band des Bayle; mit einem Geiste vomersten Range sei in diesem Manne eine der perfidesten undschwärzesten Seelen verbunden: wenn er ruhig erscheine,dann denke er am gewissesten auf eine Treulosigkeit; aufwessen Meinungen er einzugehn Miene mache, der müssesich am meisten vor ihm in Acht nehmen.' Wir wollennicht von einander scheiden, was an diesen Beschuldigun-gen Wahres oder was darin übertrieben sein mag — eswäre eine Erörterung von widrigen Kleinlichkeiten; genug,so war die allgemeine Meinung, diesen Eindruck machteseine Lebensweise in Berlin. Der König meint einmaleine Art von Gerechtigkeit der Natur darin zu sehn: wäre
1. Friedrich an die Markgräfin ce 22 (das ist das ganze Da-tum). Die Geschichte mit dem Juden: L'est l'assaire Z'uu lripon,
<;ui veut tromper uo ltlou. — 1l n'est pas permis, <p?ur» lioinruecl'esprit yue Voltaire er» lasse uu aussi inäigne al>us — Voltaires'est emportä, et a saute au visage 6u Fuik; il s'en est sallu äepeu, Hu'ii u'ait äit <les sottises a 6e Ooccei. — Ein anderMal: Voltaire avec LON esprit est la kaltle äe la ville; ses incar-tsäes äesennu^ent les saioesuts 6e la Capitale. — Später: I?amele plus noire et la plus perürle sigrit et ßäte tout sou erprit.