Band 
Dritter Band.
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Friedrich schließt daraus nur, daß man sich auf diesesGebiet nicht wagen, und vielmehr hier auf Erden sich derTugend widmen, das Gute von dem Bösen unterscheidenlernen müsse. Einen seiner Bruder macht er aufmerksam,daß Tugend und Talent keine Ahnen haben: wer einenNamen besitzen will, muß ihn verdienen. Wie beklagt erdie deutschen Fürsten, die wenn sie von einer Reise nachFrankreich zurückkommen, ihren Ehrgeiz darin suchen,Meudon oder Versailles in kleinen Dimensionen zu Hausenachzuahmen. Von den Nichtigkeiten des Hoflebens oderdes Treibens in großen Städten war wohl niemals einMensch mehr durchdrungen als Friedrich. Er ist voll-kommen zufrieden in seiner Einsamkeit, denn das einzigeGlück sieht er in geistiger Beschäftigung; was die Naturgegeben, muß der Fleiß vollenden. Ruhmesliebe hatteihn zum Kriege gespornt, aber er weiß, daß die Mei-nung der Menschen von den Umständen abhängt, hinund wieder schwankt, das Glänzende oft dem Gediegenenvorzieht. Aus allen den Zufälligkeiten, welche auf Lobund Tadel einwirken, zieht er die Lehre, daß man denWeihrauch verachten, die Tugend um ihrer selbst willenlieben müsse.

Er bekennt seiner Schwester einmal, er habe einezwiefache Philosophie; im Frieden und Glück schließe ersich den Schülern des Epicur an, im Unglück halte ersich an die Lehren der Stoa. — Das heißt nureben, daß er den Genuß durch Reflexion mäßigt oder