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entschuldigt, und sich im Unglück durch moralischenSchwung erhebt; es ist nichts andres, als was ein Phi-losoph dieses Jahrhunderts sagt, daß Neigung zum Wohl-leben und zur Tugend, im Kampfe mit einander, wodie erste durch die letzte eingeschränkt wird, das höchstemoralisch-physische Gut hervorbringen'; nur tritt in denGedichten, der vorwaltenden Stimmung gemäß, bald dieeine, bald die andere Richtung allein herrschend hervor.
Nicht alles was an Poesie in ihm war, legteFriedrich in seine Gedichte. Wir kennen seine Meister-schaft auf der Flöte; auch hier war jede seiner Compo-sitionen ein Versuch, eine besondere Schwierigkeit zu über-winden; hauptsächlich aber seine Empfindungen, seineFreude, und besonders seinen Schmerz, ein melancholi-sches Gefühl, das ihn sein ganzes Leben begleitete, drückteer in diesen Tönen aus. Seine Verse sind oft mehrlebendig angeregtes Raisonncment, als Poesie; wie Vol-taire sagt, nicht von echt französischem Colorit, aber umso eigenthümlicher im Ausdruck, und voll Ideen einesweiten Horizontes.
Wie in den Gedichten, so beschäftigte sich Friedrich inseinen Briefen, seinen Gesprächen, unaufhörlich mit denschwierigsten Fragen, die der Mensch sich vorlegen kann,über Freiheit und Nothwendigkeit (die er für das schönsteThema der „göttlichen" Metaphysik erklärt), über Schicksal
1. Kant, Anthropologie, 239.