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Nicht glauben ist noch lange nicht leugnen; abernur nicht verwerfen, auch keine Überzeugung. Ich weißnicht, ob man über diesen Skepticismus hinaus kommenkann, wenn man die Offenbarung nicht annimmt, wozusich Friedrich nie bewogen fühlte.
Wir kennen sein Schwanken zwischen der Annahmeeines blinden Geschickes und einer allwaltendcn Vorse-hung, und wie er in den großen Entscheidungen auf dieletzte zurückkam. Meistentheils schien es ihm doch, daßalles ein nicht aufzulösendes Räthsel bleibe, wenn mannicht eine Vorsehung voraussetze, die das Weltgeschick zueinem großen Ziele leite. Nur in Einem Puncte war erunerschütterlich; er fuhr auf, wenn Jemand im Gesprächeseinen Glauben an einen lebendigen Gott bezweifelte; diepopulären Beweise für das Dasein Gottes, besonders dervon der weisen Ordnung in der Natur hergenommenen,wiederholte er mit dem vollsten Ausdruck der Überzeugung.„Ich kenne Gott nicht, aber ich bete ihn an."
Sein skeptisches Verhalten zu den meisten positivenLehren gehörte ohne Zweifel dazu, um ihm die Politikmöglich zu machen, die er in Beziehung auf die verschie-denen Bekenntnisse ergriffen hatte: er würde sonst mitsich selbst in Widerspruch gerathen sein. Aber wie erschon im Gespräch abbricht, wenn er bemerkt, daß seinMangel an Orthodoxie den Andern verletzt, so hätte erim Leben noch viel weniger daran gedacht, seine Mci-nungsabweichungen auszubreiten, von denen er wohl