Band 
Dritter Band.
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allem aber, was dieser Dichter geschrieben hat, machtenichts einen größer» Eindruck auf ihn, als die Scene(im vierten Act des Britannicus), wo Burrhus demjungen Nero vorstellt, daß die Welt „das öffentliche Glückden Wohlthaten des Fürsten" verdanken könne, daß einsolcher sich sagen dürfe: überall in diesem Augenblickewerde er gesegnet und geliebt. Ah! rief Friedrich aus,giebt es etwas Pathetischeres und Erhabeneres, als dieseRede, ich lese sie nie ohne die größte Rührung. Er mußdas Buch weglegen, Thränen ersticken seine Stimme:dieser Racine, ruft er aus, zerreißt mein Herz.

Eine Weichheit, die Niemand in ihm suchen sollte,der nur seine Kriege und seine strenge Staatsführungkennt, und die doch mit dieser wieder in genauem Zu-sammenhange steht.

Es scheint ihm ein lächerlicher Stumpfsinn der Welt,daß man das Glück der Fürsten beneidet; sie seien schlechtbedient, ihre Befehle führe man mangelhaft aus, undschreibe ihnen doch alles zu, was geschehe; man messeihnen Absichten bei, an die ihre Seele nicht denke, undHaffe sie, wenn sie schwere Dinge fordern; leicht werdedie Welt ihrer müde.

Wer sollte glauben, daß ihm noch in jungen Jah-ren, im Genusse des Ruhmes und der Welt, aus demInnern seiner Seele die Idee einer Verzichtleistung auf-stieg. Er dachte die Krone seinem Bruder zu überlas-sen, den er in dieser früheren Zeit ungemein hoch hielt.