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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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366 Claſſ. XXVI. Von Gaͤrten.

Die Urſach/ warum man ſolche Baͤume ſtehen laſſet/ und nicht bald nimtoder außziehet/ iſt aus obgeſetztem leichtlich abzunehmen.

2. Der alt⸗geſetzten und geſunden Baͤume Wartung beſtehet in nachfol-gendem Unterricht:

1. In der Saͤuberung/ und anderer Wartung.

2. In der Tuͤng. 1

1. Anlangend die Saͤuberung der Baͤume/ ſo iſt dieſelbige nothwendig-dann wann man einen alten Baum hat/ der groß und moßigt iſt/ ſo traͤgt derſel-bige ſelten Frucht/ oder aber laͤſſet ſolche vor der Zeitigung fallen/ muß man de-rowegen ſolches fleiſſig abſchaben. Weiln aber durch das Schaben der Baum/oder deſſen Rinde/ leichtlich verletzet werden kan als iſt es beſſer/ daß man ſolchesmit den Haͤnden/ wo mans erreichen kan/ oder einen rauhen wuͤllenen Lumpen/an eine Stange gebunden/ abreiben undabſtreiffen moͤge.

Nota. Wann man den jungen Baͤumen beyzeiten das Moß und alle an-

dhs Mißgewaͤchs benimmt/ ſo ſind ſie im Alter deſto mehr darfuͤrreyet.

2. Die alten verdorreten Aeſie/ wie auch die Miſteln/ Schwaͤmme undandere Mißgewaͤchs am Baum/ ſolle man hinweg ſchneiden/ und die Stelle mitBaum⸗Wachs verwahren.

3. Wann der Baum/ wegen harter Erde/ keine Nahrung und Safftbekommen/ und alſo keine Frucht tragen kan/ ſo ſolle man zu deſſen Wurtzelnraumen/ deroſelben eine oder zwo auffſpalten/ hernach einen Stein oder hoͤltzernKeyl zwiſchen den gemachten Spalt ſtecken/ damit er alſo offen bleiben muͤſſe/und der Baum dardurch deſto beſſer ſeine Nahrung bekommen koͤnne.

4. Dafern der Baumaber zu viel Feuchtigkeit im Stamm hat/ ſo kandurch die Wurtzel und obiges Mittel ſolches wieder in die Erde gezogen/ undalſo dem Stammen geholffen werden.

5. Wann ein alter Baum viel auffgeſpaltene Rinden hat/ ſo verhindertſolches auch die Wachſung und Fruchtbarkeit. Solle man derowegen imFruͤhling die auffgeſpaltene Rinden abſchaben/ darbey aber wol in acht genom-men werden/ daß man die nechſte und innere gruͤne Rinde nicht verſehre; danndardurch der Baum beſchaͤdiget/ und ihme endlich ſeine natuͤrliche Feuchte oder

Nahrung benommen wird.

6. Wann die Apffel· Baͤume gar verdorren wollen/ ſo ſolle man umb dieWurtzel raͤumen/ und darzu Hanffknotten ſchuͤtten. Hanffknotten aber iſt nurgleichſam die Spreu/ wann der Hanff gedroſchen und geworfft wird/ ſo manohne das ſonſten hinweg ſchuͤttet/ und zu nichts gebrauchet.

7. Wann ein alter Baum von auſſen ein gutes Anſehen/ hingegen aberkeine Frucht traͤgt/ und man nicht eigentlich die Urſach wiſſen kan/ ſo ſolle manzu