Claſſ. XXVI. Von Gaͤrten. 367
zu deſſeſbigen Wurtzein raumen/ und fleiſſig zuſehen/ ob etwann dieſelbige durchſchadhaffte Thiere/ als Omeiſen/ Wuͤrmer/ Kroͤtten und dergleichen/ desBaums Wurtzeln beſchaͤdiget worden. Wann man demnach ſolches alſo befin-det/ ſo ſolle man gute Achtung geben/ daß man das Schaͤdliche von den Wur-tzeln bringe/ wie man kan. Oder beſiehe ferner/ ob viel dicke und verworrne ineinander gewachſene Wurtzeln vorhanden ſeynd/ dann dieſe dem Baum auchſehr ſchaͤdlich/ in deme ſie die naturliche Feuchte an ſich ziehen/ und ſolche demBaum nicht zukommen laſſen/ muß man ſie derowegen hinwegnehmen/ dieHaupt⸗und vornehmſte Wurtzeln ſtehen laſſen/ ſo wird der Baum alsdannhernach ſeinen Wachsthum deſto vollkommener haben.
8. Damit im Fruͤhling der Froſt keinen Schaden der Baum⸗Bluͤhethun moͤge/ ſoſſetzen etliche ein Gefaͤß mit Waſſer zu dem Baum/ nehmen her-nach ein Seelband eines wuͤllenen Tuch] binden daſſelbige umb den Stamdes Baums/ und laſſen alſo das laͤngſte Ende deß Seelbandes in das Geſchirr/worinn das Waſſer iſt/ einhaͤngen/ ſo wird das Seelband dem Stammen dieFeuchte aus beſagtem Geſchirr zu bringen/ und dardurch verhindern/ daß dieBluͤhe nicht erfriere.
Nota. Damit aber das Waſſer in dem Geſchirr offen ſtohend nicht ſelbergefriere/ ſo muß ſelbiges mit Stroh oder anderm zugedeckt/ und fuͤrdem Froſt verwahret werden.
Andere Gaͤrtner entbloͤſſen dem Baum die Wurtzel/ und halten ſelbigeſtetig in der Feuchte; es muß aber die Wurtzel auch fuͤr Froſt bedeckt/ und wolverwahret werden.
Im uͤbrigen was ferner bey der Baͤume Schaͤdlichkeiten dem Haus⸗Vat-ter noͤthig zu wiſſen ſeyn moͤchte â wurdderſelbige nachfolgend bey der II. Ab-theilung gefaſter Ordnung umſtaͤndiger zu vernehmen haben; ſolte aber uͤberVerhoffen ein und ander nothwendige Erinnerung ausgelaſſen worden ſeyn/ſtellen wir ſolches alles dem beſſer erfahrnen Gaͤrtner anheim/ und ſuchen wirhierinn meiſts den kuͤrtzeſten/ Weg/ als viel Weitlaͤufftigkeit zu machen.
2. Die Duͤngung der Baͤume betreffend/ ſo hat der Gaͤrtner in acht zunehmen.
1. Die Zeit.
z2. Die Materi.
3. Den Boden/ oder das Erdreich.
4. Die Art der Duͤng an ſich ſelbſten.
1. Die Zeit anbelangend/ ſoſolle dieſelbige/ entweder im Fruͤhling oder imHerbſt geſchehen; damn ſo man im Sommer die Baͤume duͤngen wolte/ ſobraͤchte ſelbiges mehr Schaden als Nutzen/ welln beydes/ die Sonne und dieHitze des Miſts/ dem Baum die Feuchtigkeit und den Safft benehmen. 1 Iſt
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