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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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368 Clali XXXI. Von Gaͤrten.

demnach vorgeſetzte Zeit deß Fruͤhlings und Herbſtes die beſte/ auß Urſachen/weil zu beyden gemeldten Zeiten das Erdreich kuͤhl und feucht iſt/ hingegen er ·waͤrmet ſelbiges der Miſt/ macht es fett und fruchtbar.

2. Es ſolle aber die Tungung der Baͤume/ ſo wol im Fruͤhling als imHerbſt/ im abnehmenden Mond und deſſen letzten Viertel geſchehen; dann imzunehmenden Mond macht die Tuͤng viel Unkraut/ welches alsdann denBaͤumen die Nahrung entziehet.

2. Die Materi betreffend/ ſo iſt dieſelbe unterſchiedlich/ man muß ſichaber hierinn nach jedes Landes Art/ Gelegenheit und deſſen Gewonheit richten.Es wird aber darfur gehalten/ daß der Schaafs⸗Miſt den Baͤumen die beſteTuͤng gebe.

2. Sonſten nimmt man auch Miſt/ und leget ſelbigen auff die entbloͤſtenWurtzeln der Baͤume/ damit der darauf fallende Regen denſelbigen gute Ge-deyung bringen moͤge.

3. Wann der Boden deß Landes/ worinn ein Baum ſtehet/ gar zu ſan-dig/ ſo menget man friſchen und feiſten Letten darunter/ an ſtatt deß Miſt oderTungs.

3. Den Boden und das Erdreich anbelangend/ muß man gute Achtungeben/ damit man mit der Tung keinen Schaden thun moͤge: dann wann derBoden oder das Erdreich zu ſandicht iſt/ darinn die Baͤume ſtehen/ ſo iſt derheiſſe Miſt den Baͤumen ſehr ſchaͤdlich/ weil Sand und Miſt die Hitze vermeh-ren/ und machen/ daß die Baͤume verdorren; muß man derowegen den Sandvon des Baums Wurtzeln hinweg raumen/ undan deſſen ſtatt gute fette Erdethun/ und zum theil unter den Sand vermengen.Nota. ZJur Tuͤngung der Baͤume iſt am allerbeſten der Gaſſen⸗Koth/ vor-nemlich/ wo man viel Viehe aus⸗und eintreibt/ wie ſolches die guteHauß⸗Saͤtter ohneweitere Erinnerung ſelbſten wiſſen und erfahren

haden.

2 Wann die Erde hart/ ſpiſſicht/ laimicht/ oder letticht iſt/ ſo ſolle manebenmaͤſſig ſelbige von deß Baums Wurtzeln hinweg raͤumen/ ſolche hernachmit Sand vermengen/ daß ſie fein luck und muͤrb werde/ damit der daraufffal-lende Regen dardurch zu den Wurttzeln kommen moͤge.

3. Wann die Erde aber zu naß und ſumpffigt iſt/ ſo muß man duͤrr undtrocken Erde darunter mengen/ und das ſumpffichte hinweg thun/ unter ſolcheErde mag man auch wol Achſen thun/ dann dieſe trocknet ſehr.

4. Die Art der Tuͤngung beſtehet in nachfolgenden/ nemlich/ daß manwiffen moͤge/ wohin oder wie man die Baͤume ruͤngen ſe olle.

1. Diß ſolle nun geſchehen dem Stamm nicht garzu nahe ſondernvier oder fuͤnff Schuh weit von demſelbigen auff allen Seiten herum/ je nach-

dem