Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

Claſſ. XXVI. Von Gaͤrten. 377

1. Man ſolle ſelbige im November zur Hertz⸗Wurtzel raumen/ wann ſitnoch friſch/ mit einem eiſernen Keil ſpalten/ hernach in den Spalt ein Höͤltzleinſtecken und den Keil wieder herauß ziehen/ dardurch bekommet der Baum wie-der Lufft/ und wird fruchtbar.

Dafern aber die Wurtzel verfaulet/ ſo hauet mann ſie am friſchen Ort ab/bohret hernach mit einem ſchmalen Bohrer durch die friſche Hertz⸗Wurtzel etli-che Loͤcher Creutz weiß gegen einander/ und ziehet junge Weiden⸗Ruͤthleindarein/ fuͤllet hernach das außgegrabene mit gutem Erdreich wiederauß.

2. Wann man aber vermeinet/ die Unfruchtbarkeit des Baumes kommevon uͤberfluͤſſiger Feuchte des Baumes her/ ſo ſolle man dem Baum ſchrepffen/ſo das beſte iſt: Andere aber die bohren im Aprill oder May mit einem Boh-rer in den Stamm/ etwas uͤber der Wurbzel ein oder mehr Loͤcher/ biß auffsMarck/ laſſen es ohngefehr einen Tag/ oder dreye/ ſtehen/ damit die uͤbrigeFeuchtigkeit außlauffen moͤge/ ſchlagen hernach die Loͤcher mit Zwecken vonfriſchen Hagendorn wieder zu.

3. Wann auch die Baͤume/ inſonderheit die alten/ ein ungeſchmackes/ ſau.res und wurmſtichiches/ ingleichen undauerhafftes Obſt tragen; So ſolleman demſelben Baum die Zweige und Aeſte oben hinweg hauen/ und den ab-geſchnittenen Ort mit Baum. Salbe/ oben⸗gelehrter maſſen beſtreichen; Un-ten aber um den Baum die Erde auffgraben/ in die Grube faulen Miſt thun/hernach das auffgegrabene Erdreich wieder daruͤber ziehen/ und alſo ein paarJahr ſtehen laſſen. Nachdeme nun der geſtumelte Baum ſchoͤne junge Aeſteaußgetrieben/ kan man ſelbige alsdann von einer guten Art pfropffen/ wirdalsdann durch dieſes Mittel der Baum gleichſam wieder jung und fruchtbargemacht werden.

4. Den unfruchtbaren und ungeſchlachten Baͤumen ſolle auff folgendeWeiſje aäuſſerlich geholffen werden/ wann man nemlich ein Saͤcklein mit Ro-ſen⸗Saamen und Senff⸗Kernen fuͤllet/ darein auch ein Wieſel⸗Fuß ſteckethernach das Saͤlblein zwiſchen die Aeſte des Baums haͤnget.

5. Ein Baum/ ſo wurmigte und ſteinigte Frucht bringet/ ſo vielleicht vonboͤſer Feuchtigkeit/ oder Urſach des geſchlachten Bodens iſt/ oder herkommt/kan nachfolgender Geſtalt verbeſſert werden: Man raͤumet die Erde umb dengantzen Baum und deſſen Fuß bey den Wurtzeln hinweg thut dahin anderegute Erde bohret aber zuvor in den Stamm nahe bey der Erden ein ziemlichesLoch/ und ſchlaͤget einen Eichen⸗Nagel darein/ bedecket es aber hernach mit be-ſagter guten Erden.

6. Wann der Baum auß Geilheit unfruchtbar/ gar zu vijel Blaͤtter/Sproͤßling/ und keine Fruͤchte bringet/ ſo an eben mit dieſem/ wie

b vor