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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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38 Clafl. XXVI. Von Gaͤrten.

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6. Andere verbrennen Schnecken⸗Haͤußlein zu Aſchen/ und ſtreuen dieſel-bige im Neumond auff die Ameiſen⸗Hauffen/ ſo fliehen ſie darvon/ und verirrenſich weil ſie um dieſe Zeit blind ſeynd.

7. Bey vornehmen Baͤumen/ als Citronen oder Pomerantzen/ iſt das aller-beſte und ſicherſte/ die Ameiſen darvon abzuhalten/ nachfolgender Geſtalt:

Man laͤſſet bey einem Hafner eine tieffe Schuͤſſel nach Belieben drehen/der Boden aber in dieſer Schuͤſſel ſolle eine Roͤhre haben/ daß der Stam̃ desBaums dardurch gehen koͤnne/ und ſolle die Roͤhre ſo hoch von des SchuͤſſelsBoden/ als der Ranfft derſelbigen ſeyn/ alſo/ wann man Waſſer darein ſchuͤt-tet/ ſelbiges gleich ſam voll biß zum Ranftt ſeyn moͤge/ gleichmaͤſſig den jenigen/ſo man den Weibern/ ſo wol von Hafner⸗Arbeit/ als von Zihn/ oder Blech/pfleget an ihre Spinn⸗Raͤder zu machen; Wann demnach die Schuͤſſel beſag-ter maſſen verfertiget/ und noch weich und ungebrandt iſt/ ſo ſchneidet man ſel-bige mit einem Drat in der Mitte von einander/ laͤſſet ſolche zwey Stuͤcke bren-

nen im Hafner⸗Ofen/ hernach ſo thut man ſie um den Baum/ und deſſenStamm wieder zuſammen/ verſchmieret die Riſſe mit Lett/ und fuͤllet ſie mitWaſſer/ ſo werden dardurch die Ameiſen vom Baum auffzuſteigen abgehalten/weil ſie uͤber das Waſſer muͤſſen/ und daſſelbige meiden.

4. Die Kefer Stichling und Schnacken/ ſo den Baͤumen und andernGarten⸗Gewachs ebenmaͤſſig hinderlich und ſchaͤdlich ſeynd/ muß man folgen-der Geſtalt vertreiben:

Man ſolle von duͤrrem Wermuth/ Knobloch/ Rinds⸗Hoͤrner/ oder Ab-ſchabſel von Kaͤmmen/ alten Schuhſohlen⸗ Leder/ Mooß/ und duͤrres Scabio-ſenkraut zuſammen auff cinen Haufſen tragen/ darmit angezuͤndet einenRauch machen/ ſolcher Geſtalt/ daß der Wind ſelbigen gegen die Baͤumetreibe/ von welchen man das Ungeziefer verjagen will.

Oder man thut beſagtes in einem Hafen auff Kohlfeuer legen/ und damitallezeit uͤber den dritten Tag die Baͤume berqäͤuchern.

5. Raupen ſeynd der Obſt⸗ Baͤume faſt ſchaͤdliche Feinde/ indeme ſienicht allein die Blaͤtter/ ſondern auch die Fruͤchte abnagen/ und dardurch dieBaͤume verderben/ bevorab weil alle Fruͤchte/ was von demſelben nochuͤbrig gelaſſen wird/ wurmſtichig/ ſteinicht/ und gelblicht wird/ auch vor derZeit abfaͤllet.

Dieſen Ubelnun bey Zeiten zu wehren und vorzukommen/ ſo ſolle der fleiſ-ſige Hauß⸗Vatter oder Gaͤrtner bey dieſem Meyerhof/ und deſſen Baum⸗Gar-ten/ die Raupen⸗Scheer und Raupen⸗Eiſen(wie ſolche in hernach folgendenFiguren bey Num. 1. 2. 3. und 4. zu ſehen /) gleich nach Abgang deß Schnees/zur Hand nehmen/ und darmit die Raupen⸗Neſter abzuwerffen/ auch mit derRaupen⸗Scheer/ Num. 1. die Spinnenwebige Blaͤtter auffs genaueſte abzu-

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