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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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S- Ciaſſ. XXVI. Von Gaͤrten.

öVM.

Nota. Etliche pfropffen oder impffen auch in den Stamm auf Baume/ ſo

Arms⸗oder Schenckels⸗dick ſeyn; Man hat aber in der Erfahrung/

daß vorige geſetzte Manter beſſer/ und zu dem Wachsthum deß ein-geſetzten Pfropff⸗Reiſes begquemer ſeye.

Den Stammen eines jungen Baͤumleins/ worauff man pfropffen will/ſolle man mit einem ſtarcken Hand⸗Saͤglein fein glatt undeben ſolcher Geſtaltabſchneiden/ damit deſſen Rinde nicht ſehr zerriſſen werde/ und ſolle der Schnittnicht gar hindurch/ ſondern nur biß an das Ende gefuͤhret/ das uͤbrige aber miteinem ſcharffen Meſſer vollends abgeſchnitten werden.

Damit man aber mit der Hand⸗Saͤge den Durchſchnitt recht machenmoͤge/ ſo halt man den Stamm mit der lincken Hand unter ſich gewendet/ daßalſo der Stamm bey dem kleinen Finger der Hand uͤber ſich gehe/ und man mitdem Daumender lincken Hand die Saͤgen halten/ undalſo den Schnitt feinhurtig mit der rechten Hand jedoch nicht gantz durch/ wie zuvor erinnert wor-den/ vollbringen moͤge.

Wann demnach der Schnitt von der Saͤge die Blatte des Stammensrauh macht/ ſo muß man mit einem ſcharffen Meſſer dieſes Rauhe/ ohngefehr ei-nes Meſſer. Ruckens dick/ fein eben und glatt herab ſchneiden/ damit der auffſtei-gende Safft des Baumes nicht verhindert werden möge.

Nota. Wie hoch der Stamm von der Erden biß zu dem Abſchnitt ſeyn ſolle/iſt oben im vorhergehenden dritten Abſatz der V. Abtheilugg des Un-terrichts von der Pfropff⸗Kunſt/ Nachricht gegeben worden.

Ferner/ ſo ſpaltet man mit einem Meſſer/ oder Meiſſel/ die Blatte deßStammens ohngefehr ein Glied von einem Finger lang/ mitten durch/ jedochohne Verletzung deß Marcks/ und derowegen ein wenig auf der Seiten/ ziehetalsdann das Meſſer/ oder den Meiſſel/ heraus/ undſtecket dargegen in dasMittel des Spalts/ einen ſubtilen Keil von Buchsbaum/ Bein oder Eben-Holtz/ deſſen Form iſt in der Figur O. mit Lit. H bezeichnet/ zu ſehen.

Zum Uberfluß/ damit der Stamm ſich nicht weiter ſpalten moͤge/ als manes haben will/ ſo kan man denſelbigen zuvor mit einem Bandfaſſen/ ſo weit derSpalt gehen ſolle.

8 vcpi eesſuleb alsdann zuzurichten/ procediret man nachfol-gender Geſtalt:;

Manerwaͤhlet einen Pfropff⸗ Zweig/nach Groͤſſe des Pfropff Stam̃ens/mit drey/ vier oder fuͤnff Augen; iſt der Pfropff⸗Stamm klein/ ſo ſolle das Reiß-lein nicht über drey Augen/ iſt er aber mittelmaͤſſig/ vier/ ſo er aber ſtaͤrcker/fuͤnff Augen haben. Es ſolle aber ſolches Reiß nicht uͤber 8. Queer⸗ Finger hochoder lang gelaſſen/ und die uͤbrigen Augen hinweg geſchnitten werden 8 das

laͤt-