Claſſ. XXVI. Von Guͤrteyn. 293
Blaͤtlein aber deß abgeſchnittenen Reiſes ſolle mit Pfropff⸗Wachs uberkleibetwerden.
Nota. Wann man etwas auff ſtarcke Staͤmme pfropffet/ ſo nimmt man dieReiſer beym Jahr/ damit ſie das Drucken des Stammens deſto beſ-ſer leiden moͤgen. Worbey in Acht zu nehmen/ daß ob dem Gleichein Aug ſeye/ welcheß hernach auſſen her gegen dem Spalt gerichtetwerden ſolle; Damit daſſelbige die Nahrung aus dem Stamm de-ſto beſſer anziehen koͤnne.—
Will man demnach ein Reiß entweder bey dem Gleich/ oder ſonſten beyeinem Aug nehmen/ ſo muß man mit Zurichtung deſſelbigen nachgehender Ge-ſtalt fleiſſig umgehen:
Bey einem kleinen Pfropff · Stamm iſt es am beſten/ man nehme das Reißbeym Aug/ und unter ſolchem Aug ſchneidet man eines guten Meſſer⸗Ruckenbreit zu beyden Seiten/ jedoch ohne Verletzung/ mit zweyen Winckel⸗rechtenAbſaͤtzen/ und dieſes ohne Beruͤhrung deß Marcks/ eines Gliedes lang herab-waͤrts/ damit alſo das Reiß von beyden Abſaͤtzen deß Einſchneidens herabſchraͤg/ und wie ein dreyeckigter Keil formirt werde; Es ſolle aber das aͤuſſereTheil dicker/ als das innere ſeyn.
Die innere Rinde deß Zweigleins/ mag man hinweg thun/ oder daran laſſen; Die aͤuſſerſte aber muß gantz und unverſehret bleiben/ und ſolle das untereAeuglein gerad auff die Mitte deß Triangels kommen/ wie in der Figur 2.Num. I. bey a. zu ſehen. 1
4·Die Einſetzung deß Pfropff⸗eißleins erfordert ſonderbarenFleiß:
Nemlich/ man ſetzet ſelbige ſolcher Geſtalt auff den abgeſchnittenen Stamm/daß das Aug nechſt den zweyen Abſaͤtzen außwarts komme/ und die Winckelder Abſaͤtze auff beyde Ecken oder Ende deß Stammens kommen/ auch ſollen diebeyde Rinden/ ſo wol deß Pfropff⸗Reiſes/ als des Stammens/ gantz genauauff einander zutreffen und ſchlieſſen/ damit der auffſteigende Safft aus demStammin das Pfropff Reißlein einlieſſen/ und alſo zum Anwachſen befoͤr-dern koͤnne.
Beſtehe die Figur 2. ſub Num. bey cc. und iſt das Pfropff. Reißlein beyb. auff der Seiten anzuſehen.
a. Das Pfropff · Reißlein gegen das Geſicht und außwarts der Seiten desStammens/ wann es eingeſetzet/ zu ſehen.
Nota. Wann man auff ſtarcke und erwachſene Baͤume/ inſ⸗ onderheitauff Birn⸗oder Aepffei⸗Staͤmme pfropffen will/ ſo ſolle man denPfropff⸗Zweig bey dem Jahr oder mit dem Knotten nehmen/ſo kan ſolches den Spalt deß Baumes deſto beſſer vertragen; Esſolle aber zunechſt uͤber dem Knotten ein 9o⸗ ſo“
wie