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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. XXxVI. Von Gaͤrten. 395

Nota. Wann ſich das Bech an die Haͤnde anhaͤnget/ ſo muß man dieſelbi-ge v. mit Baum⸗Oel glatt machen/ ſo gehetes ab/ und haͤnget nichtmehr an.

II. In die Rinde zu pfropffen; Iſt ſolche bey dem Kern⸗Obſtund erſtarck-ten Baͤumen am gebraͤuchlichſten/ und hat man bey dieſer Art nachfolgendesin Acht zu nehmen: G

1. Seenenneehen s eralhendnpfwpf-

en will.

Den Schnitt und Abnehmung deſſelbigen.

3. Die Eigenſchafft und zubereitung des Pfropff⸗Reiſes

4. Die Einſetzung.

ſ. Die Verbindung. 2

1. Anbelangend den Stamm/ ſo muß man wiſſen: Ob derſelbige dar-zu bequem und tuͤchtig ſey? Und da esein junges Baͤumtein: Ob daſſelbigegenugſam gewachſen/ und ſtarcke Wurtzeln habe? Welches man aus denSchoſſenund Wachsthum vorher ⸗gegangenen Jahres judiciren und erken-nen kan.Wann demnach der Stamm keine neue Schoſſen getrieben/ ſo iſt ſelbigerzu dieſer Arbeit nicht tauglich.

Ingleichen hat man auch zu wiſſen: Ob der Stamm krum̃/ oder geradiſt? Auch/ ob derſelbige glatt/ oderrauhe Rinden hat.

2. Die Abnehmung deß Srammens betreffend; So iſt zu wiſſen/ daßnachdeme vorbeſagtes alles wol betrachtet/ und in Acht genommen worden;So ſiehet man/ wo der Stamm die ſaͤuberſte und glatteſte Rinde hat/ daſelb-ſten ſchneidet man fein hurtig mit einer ſcharffen Hand⸗Saͤgen/ und verkehrterlincken Hand(wie bey vorigem Ort in den Spalt zu pfropffen angewieſenworden /) den Stamm fein eben/ und nicht gantz durch/ damit deſſen aͤuſſereRinde nicht verletzet werde/ was demnach von der Rinden noch uͤbrig ver-bleibet/ ſchneidet man mit einem ſcharffen Meſſervon auſſen fein ſauber hin-weg.

Nota. Wann der Stamm gerad iſt/ ſo wird eretwas hoch abge-

ſchnitten.Wann derſelbige krumm iſt/ etwas niedriger.Wann er dich iſt/ auch hoch.Klein oder duͤnn/ niedrig.

3 Die Eigenſchafft und Zubereitung deß Pfropff⸗Reißleins anbe-langend; So ⸗hat man zu wiſſen/ ob der Jahres⸗Trieb deſſelbigen Unverletzt/fein gruͤn/ ſauber undſchoͤn ſeye? Dann ſo es ſchadhafft/ duͤrr/ oder ſonſten ver-letzt/ ſo tauget es nicht. 4 3

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