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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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er als Ahnung und Traum besitzen. So kam das Wun-der in das Mittelalter. Es entstanden die Dämonen,weil der Geist die ihm als menschlichem Geiste inliäri-rende Sinnlichkeit in seine phantastischen Gebilde über-tragen musste.

Es geht über die psychiatrische Forschung hinaus,nachzuspüren, ob z. B. in den Hexenfesten sich ein Zu-sammenhang mit den Volksversammlungen, mit der Gci-sterwelt der alten Deutschen finde, wie weit die Einmi-schung griechischer Vorstellungsweise gehe, endlich dieeigentlichen Gründe für die Gestaltung der Hierarchie,die Entwickelung des Mönchsthums nachzuweisen, dieGründe anzuführen, die der Fanatismus hatte, den Glau-ben an Zauberei an manchen Orten selbst hervorzurufenund zu befördern. Zwar ist jede Zeitidee, wie sic alsein einfaches Faktum dasteht, doch nur das Produktaus einer unendlichen Menge von Bildungseinflüssen, undwer sie recht verstehen will, müsste ihre ganze dialek-tische Entwicklung mit ihr durchgemacht haben. Eshält sehr schwer, blos-äusserlich formgebende Elementevon innerlich wesentlichen zu unterscheiden, fremdarti-gen Putz abzustreifen. Die geschichtliche psychiatrischeForschung wird sich oft damit begnügen müssen, denallgemeinen Gedankenkreis einer Zeit nur zu wissen,ihn gleichsam als ein festgewordenes Material, als eineArt selbständiger Persönlichkeit in seiner Wirkung aufdas Individuum zu verfolgen und nur von diesem Punkteaus rückwärts eine Gliederung des Zeitgedankens zuversuchen. Die Uebereinstimmung mit psychologischenGesetzen ist immer die Probe, ob sie richtig demonstrirt.

Der Versuch, den Wahnsinn aus dem Hexenwesenund der Zauberei des Mittelalters herauszulcsen, hatübrigens schon Kontroversen hervorgerufen und ist nichtallgemein anerkannt. So erklärt sich Sold an (k c.)entschieden dagegen. Nachdem er die objektive Wahr-heit der von den Hexen bekannten Handlungen alssehr unwahrscheinlich im Einzelnen, wie im Ganzenzurückgewiesen, bespricht er die Unzulänglichkeit, die