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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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Nicolas Lepois eine durch die Freiheit von Vorurthei-len und das ruhige wissenschaftliche Urtheil ausgezeich-nete Abhandlung über Pathologie. Er entlehnt seine An-sichten oft von Hippokrates, Galen, Celsus; aber man sichtan der Wahl der von ihm citirten Meinungen, dass erselbst viel gesehen und beobachtet haben muss. Kata-lepsie, Phrenesie, Koma, Paralyse, Apoplexie, Manie u.s. vv.sind für ihn weiter nichts, als Störungen der Ilirnlhä-tigkeit.

Die Amnesie (Verlust des Gedächtnisses), sagt Le-pois, geht manchmal so weit, dass die Kranken sogardie Namen ihrer Verwandten vergessen. Das Gedächt-niss kann blos geschwächt oder träge erscheinen; es giebtaber auch ein Delirium des Gedächtnisses, wenn die Er-innerungen sich auf abnorme Weise mit einander ver-knüpfen. Die Krankheit muss den Namen demenlia er-halten ,'wenn die Schwächung des Unheils mit der desGedächtnisses verbunden ist. Der Verlust des Gedächt-nisses kann mit der akuten Krankheit, mit der er zusam-men eintrat, wieder verschwinden, kann aber auch aufdie Krankheit folgen und noch nach der Genesung fort-dauern. Nur ein Leiden des Gehirns kann die Ursacheder Amnesie sein, und zwar direkt oder sympathisch. Derplötzliche Verlust des Gedächtnisses, besonders wenn derKörper sonst gesund ist, lässt Epilepsie, Paralyse oderApoplexie befürchten und ist immer ein Zeichen vonschlechter Vorbedeutung.

Die Manie charakterisirt sich durch die Wuth, durchdie Heftigkeit der Bewegungen u. s. w. Sie unterschei-det sich dadurch von der Melancholie, mit der sie sonstviel Analoges hat. Sie ist'fieberlos und unterscheidet sichdadurch von der Phrenesie. Die Melancholie charakleri-sirt sich durch das Vorherrschen trauriger unmolivirterGedanken. Sie folgt zum öftern auf eine fieberhafteKrankheit. Das Gehirn ist der Ausgangspunkt entwederallein oder zugleich mit einer [Krankheit der Hypochon-drien. Die Melancholischen können leicht epileptisch wer-den und die Epileptischen leicht melancholisch. Bei den