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glücklichen Jugendzeit waren cs Engel, mit denen sieverkehrte; sie sali Christus, die heilige Dreieinigkeit;Balban nannte sich selbst einen Cherubim. Manchmalmögen ihr wohl Zweifel über die Reinheit der Geister,die selbst in der Nacht ihr keine Ruhe Hessen, auf-gestiegen sein, denn viele Kranke jener Art und jenerZeit quälten sich mit ähnlichen Zweifeln ab 5 die Ge-wissheit aber, dass sie mit Teufeln Umgang gehabthabe, bricht erst in dem Augenblicke bei ihr durch,wo sie den Tod vor Augen sieht; jetzt sieht sie sichvon den Schrecken der llölle umgeben. Magdalene hattemanchmal Wunder simulirt, sie hatte gelhan, als ob sieJahre lang ohne Nahrung leben könnte, aber diese eitlePrahlerei verringert nicht den Glauben an die Wahrheitihrer llallucinationen; wir wissen, dass eine ähnlicheEitelkeit zu oft bei Hysterischen beobachtet wird. Ucber-dies Avcist auch die fortschreitende Entwickelung ihrerSinnestäuschungen den Verdacht einer Simulation zurück.Wenn sie die Symptome ihrer Krankheit nicht mit sogrosser Sorgfalt verborgen hätte, so AA'ürdc sie den Keimihrer Krankheit goiviss auf viele ihrer Nonnen über-tragen haben.
6. Tcufelswahu mit hysterischen Erscheinungen.
In der Mitte des sechszehnten Jahrhunderts bra-chen an vielen Orten und besonders in den Nonnen-klöstern und den Instituten zur Erziehung der Kinderepidemische Konvulsionen aus, mit ähnlichen Zufällen,Avic sie früher bei der Dämonopathie beobachtet AvordenAvarcn. Beim Ausbruch der Pest traten diese Erschei-nungen in den Hintergrund zurück.
a) Die Hystcro-Dämonopathie wird in der Grafschaft Iloornepidemisch. (1551.)
In dem Kloster LNerlel in der Grafschaft Hoornbrach die Krankheit der Nonnen gegen das Ende derFasten aus. Die Mehrzahl der Nonnen halte damals