n
langer als fünfzig Tage nur von Rübensaft gelebt. IhreKrankheit begann damit, dass sic eine schwarze Flüs-sigkeit ausbrachen, die so scharf und bitter war, dasssich die Epidermis der Zunge und der Lippen dadurchloslöste. Bald wurden ihre Nächte unruhig, sie fuhrenplötzlich im Schlafe auf; sie glaubten die klagendenLaute einer menschlichen Person zu hören, und wennsie zu Hülfe eilten, so fanden sie Niemand. Wenn sieUrin gelassen hatten, so floss ihnen daun der Urin nochunwillkührlich auf das Bett und die Wäsche. Manchmalhatten sie die Empfindung, als ob sie an der Fusssohlegekitzelt würden, und sie mussten unaufhörlich lachen.Sic wurden aus den Betten herausgeschlcudert und roll-ten auf dem Fussbodcn hin, als wenn man sie bei denFüssen fortgezogen hätte. Die Arme, die untern Ex-tremitäten wurden nach allen Richtungen hin verdreht,und das Gesicht konvulsivisch verzogen; sie sprangenin die Höhe und warfen sich mit Gewalt wieder gegenden Fussbodcn. Mehrere trugen an ihrem Körper Spurenvon Schlägen. Oft wenn sie ganz ruhig und gesundzu sein schienen, fielen sic plötzlich um, verloren denGebrauch der Sprache und blieben ausgestreckt auf demBoden liegen, als wenn das Bewusstsein vollkommenaufgehoben wäre. Dann warfen sic sich aus ihrer schein-baren Unbeweglichkeit konvulsivisch in die Höhe, mitsolcher Heftigkeit und Gewalt, dass die Umstehendensie kaum halten konnten. Manchen wurde es zu schwer,sich aufrecht zu erhalten: sie krochen deshalb auf denKnicen (velut tcrcoöeg ); Andere kletterten an den Bäu-men in die Höhe und liessen sich mit dem Kopf untenund den Füssen oben wieder herab. — Die Nonnenschrieben ihr Leiden einer alten Frau in der Nachbar-schaft zu, die, sonst sehr brav und redlich, das Unglückgehabt hatte, die Aufmerksamkeit der Besessenen aufsich zu ziehen; sie wurde nebst sieben andern Frauen,die man ebenfalls eines Bündnisses mit dem Teufel be-schuldigte, in’s Gefangniss geworfen, und da sie durch-aus Nichts gestehen wollte, auf die Folter gespannt.