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kommunikation wurde demzufolge allen Geistlichen derDiöcese von Orleans verboten, bei Marthc Exorcismenanzmvenden 1 2 ). Miron Hess, nachdem er ihr reichlich zuessen gegeben hatte, ihr Weihwasser reichen; sie bliebruhig, verfiel aber in die heftigsten Zuckungen, als manihr anderes Wasser darbot. Dann befiehlt er, man solleihm das Beschwörungshuch bringen, und beginnt mit feier-licher Stimme den Anfang der Aeneide vorzulesen. DieBesessene geht in die Schlinge; sie hält das Latein desVirgil für den Anfang der Beschwörung und versuchtdurch heftige Konvulsionen zu bekunden, wie sie derTeufel quäle. — In Orleans legte man ihr ein Lexikonvor, welches auf alte Manier eingebunden war. Sic hältes für ein Tcufelsbuch und erzittert schon bei dem An-blicke des Einbandes. Man lässt sie darin lesen, und siestösst zufällig auf einige rauh klingende und schwierigauszusprechende Silben, die ihr für die heftigsten Be-schwörungsformeln gelten und sogleich gewaltsame Kon-vulsionen hei ihr hervorrufen. — Diese Erscheinungenerinnern Zug für Zug an den Vorfall in dem Baumgar-ten von Franklin zu Autcuil, wo die Kommission, welcheden Einfluss des magnetischen Agens untersuchen sollte,einen jungen Menschen, der sich in der Nähe eines mag-nclisirten Baumes zu befinden glaubte, zu Konvulsionenvcranlasstc
Im Frühjahr 1599 kommt Marthe nach Paris und pil-gert dann nach St. Genevieve. Die dortigen Kapuzinerhalten sic für besessen und exorcisiren sie öffentlich inder Kirche; zu dem Schauspiel ihrer Zuckungen strömteine M asse von Neugierigen aus Paris zusammen; dasGerücht verbreitet sich durch die ganze Stadt, und dasgemeine Volk ist fest von ihrer Besessenheit überzeugt.Gegen Ende März beauftragt der Kardinal von Goridi,damals Bischof von Paris, die Aerzte Iliolan, Marcseot,
1) Tlinanus, Historianim sui trmporis lib 123. Bayle Diction-naire historique et critique etc. Art. Ilrossier. Tom. 4. p. 161.de l’edit. de 1S20. liaim: p. 156. 158.
2) Ct. Cal m eil Tom. 2. p. 448, 419.