Anti», Eliain und Durct, über ihre Konvulsionen Bericht,zu erstatten. Bei der ersten Untersuchung finden diesedie Zunge roth und entzündlich; in den Eingcweiden istdas Geräusch von Luft zu hören, aber die Kranke konnteauf die ihr vorgelegtcn griechischen und lateinischenFragen, wie dies damals Sitte war, nicht antworten.Das erste Urtheil der Aerzte war: Mart he wäre unbe-deutend erkrankt, simulirc die Besessenheit und der Teu-fel hätte an ihrem Zustande keinen Antheil. — Bei derzweiten Untersuchung, bei der Marescot und Riolan fehl-ten, stach Durct eine Nadel in ihre Hand, ohne dass sieeine Sehmerzcnsäusserung aussliess. Bei der drittenlegte der sic cxorcisirende Pater Seraphin besondere Kraftund Energie in seine Beschwörungsformel. Martlic stecktedie Zunge heraus, verdrehte die Augen, zitterte am gan-zen Leibe, warf sich auf die Erde und sprang dann mitgrossen Sätzen bis an die Thür der Kapelle.. Da rief Se-raphin aus: wer jetzt noch ungläubig zweifelte, der solltedoch sein Leben daran setzen und mit dem Teufel käm-pfen. Marescot erwiedert, er wolle darauf eingehn, er-greift die Besessene bei der Gurgel und befiehlt ihr, innezu halten. Sie gehorcht auf der Stelle und giebt nach-her gleichsam als Entschuldigung an, der böse Geist habesie in demselben Augenblicke verlassen. — Bei der vier-ten Untersuchung blieb Martlic so lange ruhig, als sichdie Aerzte neben ihr befanden. Als sie sich verbargen,traten die Konvulsionen sofort wieder ein; als sie wie-derkamen, gelang cs Marescot zum zweiten Male, die ge-waltsamen Bewegungen zu hemmen. Riolan war überden ganzen Vorfall sehr entrüstet und richtete harte undscheltende Worte an Marthe; Autin gestand, er könntezu keinem klaren Urtheilc kommen; Duret behauptete,die Konvulsionen der Kranken, die Art wie sie die Zungehcrausstreckte, ihre Unempfindlichkeit gegen Schmerzwären hinlängliche Beweise, dass sie unter der Gewaltdes Teufels stände. Seiner Meinung schloss sich eineandere Kommission von Aerzten an, die sich den dritt-folgendcn Tag versammelt hatte, und behauptete auch,
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Buch
Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
Seite
112
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