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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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157
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ihr, sagte er, damit sie für Alle als ein Beispiel derGnade dastehe, die man gegen sie ausübe, weil sie Allesoffen gestanden, und sich muthig gegen die spätem An-fechtungen der Dämonen gewehrt habe 1 ).

Die Inquisition in Logrogno war bei weitem nichtso grausam gewesen, wie die Kommission im Labourd.Der Bericht über ihr Verfahren veranlasste auch eine In-struktion des obersten Gerichtshofes des Ordens an alleInquisitionen in den Provinzen, bei der Untersuchung gegenHexen mit der grössten Vorsicht zu verfahren. Nachdem Zeugnisse von Llorente (p. 460) ist auch seitder Zeit kein ähnliches Auto da fe mehr veranstaltetworden. Er fügt noch hinzu:Ein anderer günstigerErfolg dieses Befehls war, dass sich der Eifer verlor,die Anklage auf Zauberei zu erheben, dass man an denIlexengeschichten keinen Geschmack mehr fand. DieMacht der Vernunft wuchs, und die Zahl der Zaubererminderte sich mit der Zahl der Thoren, welche an ihreWunder glaubten.

5. Madelainc de Mandol und Louys Gaufridi. (1611.)

Gegen Ende des Jahres 1609 machte Magdalenevon Mandol oder Marulouls, eine Nonne der heil. Ursula,die Tochter eines provencalischen Edelmanns, ihrem Beicht-vater das Geständniss, dass sie in die Gewalt einergrossen Zahl von Dämonen gefallen sei, und dass einZauberer sie schon vor ihrem zehnten Jahre verführthabe. Sie war damals 19 Jahre alt. Eine andereNonne aus demselben Kloster, Louise Capel oder Capeau,erklärte fast zu derselben Zeit, auch sie sei von dreiTeufeln besessen, von denen einer Verrine hiesse. DerVater lVomillon liess darauf beide Mädchen heimlich inseiner Kapelle exorcisiren; da sich aber nach einem Jahreund einigen Monaten gar kein Erfolg seiner Bemühungenzeigte, und er die Teufel nicht einmal zum Reden bringen

Del an er e 1. c. p. 391 et sqq.