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heit anhexen. So war nicht einmal das Unglück, selbstan der Krankheit zu leiden, ein Schutz gegen den Strickund den Galgen.
7 . Dämonopathie der Nonnen der heil. Brigittezu Lille 1 2 ). (1613.)
Gaufridi war kaum todt, als die Nonnen der heil.Brigitte zu Lille, die natürlich die Geschichte der Mag-dalene von Mandouls erfahren hatten 3 ), sich ihrerseitsebenfalls für besessen hielten. Die Symptome ihrer Krank-heit sind nicht genau beschrieben. Lenormand 3 ) sagt:„Einige waren vom Teufel besessen, Andere in ihremGeiste gestört, Andere hatten Abscheu vor der Beichte,Einige wurden ruhelos umhergetrieben, Andere dagegenwelkten und starben langsam hin. Kaum war ein Mäd-chen in das Kloster eingetreten, als man an ihr eineauffallende und bedenkliche Veränderung wahrnahm; kaumentfernte sie sich aus dem Kloster, so befand sic sichauch schon in voller Genesung.”
Als man sich bemühte, die Ursachen der verschie-denartigen Zufalle aufzufinden, wurde Marie de Sains,eine Schwester, die bis dahin sich des tadellosesten Rufeserfreut hatte, der Zauberei verdächtigt und in das Gefäng-niss des geistlichen Gerichts geworfen. Ein ganzes Jahrlang betheuerte sie ihre Unschuld; man konnte sie nichtüberführen. Im Frühjahr 1613 aber exorcisirten Michaelisund Domptius drei von bösen Geistern besessene Nonnen,
1) Cf. J. Lenormand, Histoire de ce qui s’est passte sousl’exorcisme de trois filies possedees es pays de Flandres etc.2 Yol. in 8°. Paris 1623. — Historia de tribus energumeuisin partibns Belgii, scilicet Magdalenae de Palud, Mariae de Sainsetc. In 8°. 1623.
2) Michaelis giebt an, dass einzelne Nonnen der heil. Brigittebei den Kxorcismen der Magdalene von Mandol zugegen gewe-sen seien, und dass die eine dabei angefangen habe, an ähnlichenZufällen zu leiden.
3) p. 15.