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unerschütterlich. Am 23. Juni 1634 wurde er in dieKirche de Sainte Croix geführt. Der Bischof von Poi-tiers, Laubardemont, Exorcisten und eine Menge Volkeswaren zugegen, die zwölf Besessenen, mit denen er kon-frontirt werden sollte, waren von Mönchen umgeben,von Karmelitern, Kapuzinern, Barfüssern; auch vierAerzte und ein Chirurg waren zugegen; auf dem Altärelagen vier Teufelspakten, die Grandier vom Hexensabbatmitgebracht haben sollte. Der Bischof von Poitiers gaberst der Versammlung seinen Segen, dann sprach derPater Laktanz über das traurige Geschick der Nonnen,über die Verpflichtung der Diener der Kirche, die Teu-fel zu bekämpfen, und endlich musste Grandier selbstseinen Priesterornat anlegen und die Teufel exorcisiren.Grandier erklärt, dass er troz der Ehrfurcht, die er derKirche schulde, doch für seinen Theil nicht von der Rea-lität der Besessenheit überzeugt sei. — Schon bei sei-nem Anblick waren die Nonnen in Bewegung gerathen;kaum aber hatte er den Mund zum Reden geöffnet, alsein fürchterliches Geschrei losbrach; sie wälzten sich inZuckungen auf dein Boden und stürzten wüthend auf ihnlos. Man musste sie gewaltsam abhaltcn, um ihn vorVerletzungen zu behüten. Grandier blieb ruhig und un-erschüttert stehen, betheuerte seine Unschuld und er-flehte den Beistand Gottes. Er bat den Bischof undLaubardemont, sie möchten dem Teufel befehlen, dasser ihn auf der Stelle tödte, ohne dass jedoch die Beses-senen Hand an ihn legten; denn so müsste kund werden,ob er wirklich der Urheber des angeschuldigten Verbre-chens sei. Aber man ging nicht auf seine Bittte ein,,,theils um ihn vor dem Unglück zu behüten, das ihmhätte widerfahren können, theils um die Autorität derKirche nicht der List der Teufel auszusetzen, mit de-nen er Alles vorher verabredet haben konnte.” Die Exor-cisten geboten endlich den Teufeln Stillschweigen und ineinem Kohlenbecken wurden die Teufelspakten verbrannt.Dabei verdoppelte sich die Wuth der Besessenen, sieüberhäuften Grandier mit Schmähungen, mit Anklagen,