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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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185
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nannten ihm die Orte, wo er Unzucht mit ihnen getriebenhaben sollte u. s. w. Das unnatürliche Geschrei, derLärm und die Verzerrungen der Nonnen versetzten alleAnwesenden in Schrecken, nur Gratulier blieb sich«deich, sana mit der Gemeinde zusammen, unerschüt-tert und ruhig, „als wenn Legionen von Engeln zuseinem Beistand anwesend gewesen wären.” Die Wuthder Besessenen erreichte endlich einen so hohen Grad,dass man Grandier wieder in sein Gefängniss zurückführenmusste. Es war um zehn Uhr Abends, und nach seiner Ent-fernung gelang es bald, die Aufregung der Besessenen zubesänftigen!). Es war übrigens nicht Grandier allein,der angeklagt wurde. Eine Besessene beschuldigte dieFrau des Bailli, die bei den Exorcismen zugegen war,einen Teufelspakt mit in die Kirche gebracht zu haben.Ein Exorcist beschwor darauf den Teufel zwei Stundenlang, ihm den Pakt zu zeigen, aber da seine Bemühun-gen fruchtlos blieben, wurde der Anklage auf Zaubereiin diesem Falle keine weitere Folge gegeben. Die Rich-ter Grandier’s hielten ihre Zusammenkünfte im Karme-literkloster; am 18. August 1634 wurde er zum Feuer-tode vcrurtheilt. Eine Remonstration der Einwohner vonLoudun an Ludwig XIII. war nutzlos; das Urtheil wurdevollzogen. Man hatte Grandier vorher noch gemartert,um Geständnisse zu erpressen, man hatte beide Beinezerquetscht und zermalmt, so dass man ihn auf denScheiterhaufen hinauftragen musste. Man hielt ihmnicht einmal das letzte Zugeständniss, das ihm bewilligt,ihn zu erdrosseln, bevor man ihn verbrenne; der PaterLaktanz und ein anderer Barfüsser warfen mit eignenHänden die Fackel auf den Scheiterhaufen, der Grandierbei lebendigem Leibe verzehrte. —

Die Krankheit der Ursulinerinnen blieb nur fünfzehnbis sechszehn Monate in den Mauern des Klosters eingc-schlossen, dann ergriff sic auch Frauen in der Stadt.

1} Histoire des diables p. 125.